Gesundheit liegt den europäischen Bürgerinnen und Bürgern besonders am Herzen. Sie erwarten, ein langes und gesundes Leben führen zu können, vor Krankheiten und Unfällen geschützt zu werden und eine angemessene Gesundheitsversorgung zu erhalten. Damit nationale und europäische Behörden faktengestützte Entscheidungen treffen können, müssen sie über exakte und detaillierte Gesundheitsstatistiken verfügen. Diese stellen ein wichtiges Instrument für die Überwachung gesundheitspolitischer Strategien dar.
Gesundheitsstatistiken umfassen:
- Aspekte der öffentlichen Gesundheit wie Gesundheitszustand, -probleme und ‑faktoren, Gesundheitsversorgung und Ressourcen des Gesundheitswesens, Kosten der Gesundheitsversorgung und Todesursachen;
- Aspekte der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz wie Arbeitsunfälle und berufsbedingte Gesundheitsprobleme.
Strategie für öffentliche Gesundheit
Die Strategie der Europäischen Kommission
„Gemeinsam für die Gesundheit: Ein strategischer Ansatz der EU für 2008–2013“ zielt darauf ab, Wohlstand, Solidarität und Sicherheit der europäischen Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Dies erfolgt durch
- besseren Gesundheitsschutz,
- Förderung einer besseren Gesundheit für mehr Wohlstand und Solidarität sowie
- Bereitstellung und Verbreitung von gesundheitsbezogenem Wissen.
Für die Organisation und Bereitstellung von Gesundheitsdiensten und die medizinische Versorgung sind jedoch in erster Linie die Mitgliedstaaten zuständig. Die EU muss diese Dienste allerdings optimieren, indem sie etwa Maßnahmen im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Gesundheitsgefährdungen und grenzüberschreitender Patientenmobilität ergreift, zur Verringerung von Ungleichheiten im Gesundheitswesen beiträgt oder auf wichtige gesundheitsrelevante Faktoren Einfluss nimmt.
Strategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
Die aktuelle Strategie der Europäischen Kommission "
„Die Arbeitsplatzqualität verbessern und die Arbeitsproduktivität steigern: Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2007–2012“" hat zum Ziel, Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle in der EU durch verschiedene Maßnahmen auf europäischer und nationaler Ebene nachhaltig zu reduzieren.
Rechtliche Grundlage für die Gesundheitsstatistiken
Im Dezember 2008 haben das Europäische Parlament und der Rat eine
Verordnung zu Statistiken über öffentliche Gesundheit und über Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz. verabschiedet, die sich mit fünf Bereichen befasst: Gesundheitsversorgung, Gesundheitszustand und ‑faktoren, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und andere arbeitsbedingte Gesundheitsschäden und Erkrankungen sowie Todesursachen.
Im
Aktionsprogramm der Gemeinschaft im Bereich der Gesundheit sowie in der Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2007–2012 als auch im Statistischen Programm der Gemeinschaft 2008–2012 ist die Durchführung dieser Verordnung als wichtiger Beitrag der Statistik zu einem nachhaltigen Gesundheitsüberwachungssystem vorgesehen.