Informationsgesellschaftsstatistiken auf regionaler Ebene
Aus Statistics Explained
- Daten von Februar 2012. Neueste Daten: Weitere Informationen von Eurostat, Haupttabellen und Datenbank.
Mittels des Statistischen Atlasses von Eurostat können Sie alle Karten interaktiv verwenden (siehe Benutzerhandbuch).
Dieser Artikel bietet einen Überblick über die neuesten statistischen Daten über den Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) auf regionaler Ebene in der Europäischen Union (EU).
Die weit verbreitete Nutzung von Internet und World Wide Web ging der Entwicklung der sogenannten Informationsgesellschaft voraus. Die damit verbundenen Entwicklungen führten zu neuen Dimensionen der Beteiligung von Privatpersonen und Gruppen am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder politischen Leben. Online-Aktivitäten sind allgegenwärtig geworden, d. h., im Prinzip spielt es keine Rolle, von welchem Ort aus die Aktivitäten erfolgen, solange ein Internet-Anschluss vorhanden ist.
Zur Unterscheidung zwischen den Personen, die Zugang zum Internet haben und somit die im World Wide Web angebotenen Dienste nutzen können, und all jenen, die von diesen Dienstleistungen ausgeschlossen sind, wurde der Begriff digitale Kluft geprägt. In diesem Artikel liegt der Schwerpunkt auf den geografischen Aspekten der digitalen Kluft innerhalb der EU.
(Anteil der Haushalte mit Breitbandanschluss) - Quelle: Eurostat (isoc_r_broad_h)
(Anteil der Haushalte mit Internetzugang) – Quelle : Eurostat (isoc_r_iacc_h)
(Anteil der Privatpersonen, die 2010 das Internet mindestens einmal pro Woche nutzten) - Quelle: Eurostat (isoc_r_iuse)
(Anteil der Privatpersonen, die Waren oder Dienstleistungen für private Zwecke im Internet gekauft haben) - Quelle: Eurostat (isoc_r_blt12_i)
Inhaltsverzeichnis |
Wichtigste statistische Ergebnisse
Aus den Karten in diesem Artikel geht der Stand des Internetzugangs einschließlich der Nutzung des Internets für Online-Einkäufe im Jahre 2010 hervor. Regionale Daten liegen für alle EU-Mitgliedstaaten sowie für Island, Norwegen, Montenegro, Kroatien und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien vor, nationale Daten für die Türkei.
Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien
Der Zugang zu den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ist bei der Frage der digitalen Kluft der entscheidende Faktor, der geografische Standort nur einer der Aspekte dieser Kluft. Zwischen den Statistiken über die Ausstattung mit Internetanschlüssen und statistischen Angaben zum Zugang über Breitband besteht ein enger Zusammenhang, da der Breitbandzugang eine Art des Zugangs zum Internet ist. In der EU wurden Anstrengungen zur Förderung des Breitband-Internetzugangs unternommen. Im Jahre 2011 hatten mehr als sieben von zehn (73 %) Haushalten Zugang zum Internet und mehr als zwei Drittel (68 % der Haushalte) verfügten über einen Internetzugang via Breitband. Diese Anteile sind in den letzten Jahren sehr schnell gestiegen. So lag das durchschnittliche jährliche Wachstum zwischen 2006 und 2011 beim Internetzugang bei 8,3 % und beim Breitbandzugang bei 17,8 %.
Die Karten 1 und 2 zeigen die Entwicklung der Versorgung der Haushalte mit Internet- und Breitbandzugang: Die regionalen Daten liegen für das Bezugsjahr 2010 vor, als 70 % der Haushalte über Zugang zum Internet und 61 % über einen Breitbandzugang verfügten. Die regionalen Unterschiede beim Internetzugang in der EU waren recht groß und reichten von 26 % der Haushalte in Severoiztochen und Severozapaden (Bulgarien) bis 95 % oder mehr in Flevoland und Overijssel (Niederlande); dies entspricht einem Verhältnis von 3,7 zu 1. Insgesamt gab es 35 Regionen, in denen mehr als 85 % der Haushalte über einen Internetzugang verfügten, während 43 Regionen einen Anteil von 55 % oder weniger verzeichneten — darunter befanden sich 16 Regionen, in denen 45 % oder weniger Haushalte Zugang hatten. In den Regionen in Island und Norwegen fielen die Internetzugangsraten in der Regel hoch aus; die niedrigste Zugangsrate betrug dabei 86 % in Trøndelag (Norwegen), wohingegen die Raten in den Kandidatenländern in der Regel unterhalb des EU-27-Durchschnitts lagen, und zwar zwischen 42 % der Haushalte in der Türkei (es liegen keine regionalen Daten vor) und bis zu 61 % in Središnja i Istocna (Panonska) Hrvatska (Kroatien).
Im Zeitraum 2008-2010 war in den meisten Regionen in Griechenland, Bulgarien, Rumänien und der Tschechischen Republik in der Regel eine starke Zunahme der Haushalte mit Internetzugang zu verzeichnen. Insgesamt lagen die durchschnittlichen Zuwachsraten in 12 Regionen in der EU sowie in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien bei über 20 % jährlich. In zahlreichen Regionen haben sich die Internetzugangsraten angesichts der Tatsache, dass 14 Regionen jährliche Veränderungsraten von unter 2 % verzeichneten, offenbar stabilisiert, während der Anteil der Haushalte mit Internetzugang in sechs Regionen in den Niederlanden, Österreich und dem Vereinigten Königreich im Zeitraum 2008-2010 stagnierte. Bei der Bewertung der Wachstumsraten ist zu berücksichtigen, dass ausgehend von einem niedrigen Ausgangsniveau hohe Wachstumsraten erzielt werden, während in Regionen, die sich dem Zustand der Sättigung nähern, die Wachstumsraten in der Regel abnehmen, stagnieren oder sich sogar leicht umkehren (Reduzierung des Anteils der Haushalte mit Internetzugang).
Die Lage beim Breitbandzugang konnte zu einem gewissen Grad mit der Entwicklung bei den Internetanschlüssen verglichen werden, obwohl die regionalen Unterschiede relativ gesehen ein wenig höher ausfielen. In Stockholm (Schweden) verfügten 2010 etwa 87 % der Haushalte über Breitbandzugang, während es in Sud-Vest Oltenia (Rumänien) 15 % waren, was einem Verhältnis von 5,8 zu 1 zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Anteil entspricht. In 12 Regionen der EU verfügten mehr als 80 % der Haushalte über Breitbandzugang: jeweils vier in Schweden und den Niederlanden, zwei in Deutschland (NUTS-Ebene-1-Regionen) und jeweils eine in Dänemark und dem Vereinigten Königreich. Insgesamt verzeichneten 48 Regionen in der EU einen Breitbandversorgungsstand von 50 % oder weniger — darunter befanden sich 20 Regionen, in denen 40 % oder weniger der Haushalte Breitbandzugang hatten, in 12 Regionen lag die Breitbandversorgung bei 30 % oder weniger. Für die [[Glossary:European Free Trade Association (EFTA)/de|EFTA]-Staaten liegen Daten für Norwegen und Island vor, wo der Breitbandversorgungsstand mit Werten zwischen 75 % in Hedmark og Oppland (Norwegen) und 87 % in Island über dem EU-27-Durchschnitt lag. Die Breitbandversorgung in den Kandidatenländern befand sich mit Werten zwischen 34 % in der Türkei (es liegen keine regionalen Daten vor) bis 55 % in Središnja i Istocna (Panonska) Hrvatska (Kroatien) unterhalb des EU-27-Durchschnitts.
In der EU haben 21 Mitgliedstaaten mehrere (mehr als eine) Regionen auf NUTS-Ebene 2. Der unterschiedliche Stand bei der Breitbandversorgung in den einzelnen Regionen eines einzigen Mitgliedstaats lässt sich mit Hilfe der Streuung feststellen. Daraus geht hervor, dass der Versorgungsstand in den einzelnen Regionen in Dänemark, Finnland, Österreich, Schweden und Polen relativ ausgewogen ist, während der Versorgungsstand zwischen den einzelnen Regionen in Bulgarien, Rumänien und Griechenland viel stärker variiert, was daraus resultiert, dass die Breitbandversorgung in der Hauptstadtregion weitaus höher ausfällt als in den übrigen Regionen.
Die Regionen mit der stärksten Zunahme beim Breitbandzugang im Zeitraum 2008-2010 befanden sich in Griechenland (Kentriki Ellada, Voreia Ellada, Nisia Aigaiou und Kriti), Italien (Calabria und Sardegna), Rumänien (Vest und Nord-Vest) sowie im Vereinigten Königreich (Shropshire und Staffordshire), der Tschechischen Republik (Severozápad) und Bulgarien (Severozapaden); in allen diesen Regionen lag das jährliche durchschnittliche Wachstum bei mindestens 40 %. Lediglich zwei Regionen in der EU verzeichneten im Zeitraum 2008-2010 einen Rückgang der Breitbandanschlüsse: Groningen (Niederlande) und Severoiztochen (Bulgarien).
Regelmäßige Nutzung des Internets
In der EU-27 nutzten 2011 mehr als 70 % der Privatpersonen das Internet und mehr als zwei Drittel (68 %) waren regelmäßige Internetnutzer, d. h. die Internetnutzung erfolgte mindestens einmal pro Woche; im Jahr 2006 lag der Anteil noch bei etwa 45 %. Es besteht ein Zusammenhang zwischen regelmäßiger Internetnutzung und Breitbandanschlüssen: Regionen mit einer höheren Breitbandversorgung weisen in der Regel einen höheren Anteil regelmäßiger Internetnutzer auf — siehe Karte 3 mit regionalen Daten für 2010, als durchschnittlich 65 % der Privatpersonen das Internet regelmäßig nutzten.
Eines der Ziele der Digitalen Agenda für Europa ist es, den Prozentsatz der regelmäßigen Internetnutzer (bis 2015) auf 75 % der Gesamtbevölkerung zu erhöhen. Dieser Indikator lag in den EU-Regionen zwischen 94 % der Privatpersonen in Flevoland (Niederlande) und 28 % in Sud-Vest Oltenia (Rumänien), was mit einem Verhältnis von 3,4 zu 1 nahezu dem für den Internetzugang entspricht.
Insgesamt lag die Zahl der regelmäßigen Internetnutzer in mehr als 70 Regionen der EU bei über 75 % der Privatpersonen, in 24 Regionen waren 85 % der Privatpersonen regelmäßige Nutzer. Demgegenüber gab es 62 Regionen, in denen 55 % oder weniger das Internet regelmäßig nutzten, in 27 Regionen (in Bulgarien, Griechenland, Italien, Portugal und Rumänien) lagen diese Zahlen bei 45 % oder weniger. In den Regionen der EFTA-Staaten war die regelmäßige Internetnutzung weit verbreitet: Die Region mit dem niedrigsten Anteil war Sør-Østlandet (Norwegen), die mit einem Anteil von 86 % insgesamt 21 Prozentpunkte über dem EU-27-Durchschnitt lag. Die Häufigkeit der Internetnutzung in den Kandidatenländern befand sich dagegen durchgehend unter dem Durchschnitt der EU-27 und bewegte sich zwischen 33 % der Privatpersonen in der Türkei (keine regionalen Daten verfügbar) und 57 % in Središnja i Istocna (Panonska) Hrvatska (Kroatien).
Mithilfe von Maßzahlen der regionalen Streuung (auf NUTS-2-Ebene) lässt sich feststellen, dass die Häufigkeit der regelmäßigen Internetnutzung in den Regionen in Finnland, der Slowakei und Schweden relativ gleichmäßig verteilt war, während die Regionen in Rumänien, Griechenland (Daten für NUTS-1-Ebene) und Bulgarien aufgrund großer Unterschiede zwischen Hauptstadt- und anderen Regionen weniger einheitlich strukturiert sind.
Nutzung des elektronischen Handels durch Privatpersonen
2011 gaben 43 % der Privatpersonen in der EU-27 an, (in den 12 Monaten vor der Erhebung) Online-Einkäufe durchgeführt zu haben; in den Jahren 2010 und 2006 hatte dieser Wert bei 40 % bzw. 26 % gelegen. Im Jahre 2010 reichte der Anteil der Privatpersonen, die Online-Einkäufe tätigten, in den EU-Regionen von 81 % in Cumbria (Vereinigtes Königreich) bis 2 % in den rumänischen Regionen Nord-Vest und Sud-Muntenia und Yuzhen tsentralen in Bulgarien.
In 87 Regionen lag der Anteil der Privatpersonen, die Online-Einkäufe tätigten, bei über 50 %; darunter waren 31 Regionen mit einem Anteil von mehr als 65 %. Die Mehrheit (20 Regionen) befand sich im Vereinigten Königreich, weitere in den Niederlanden, Dänemark und Schweden sowie eine (Region auf NUTS-1-Ebene) in Frankreich. Im Gegensatz dazu gab es 35 Regionen, in denen 15 % der Privatpersonen oder weniger Online-Einkäufe tätigten – diese lagen hauptsächlich in Italien (neun Regionen), Rumänien (acht Regionen), Bulgarien (sechs Regionen) und Portugal (fünf Regionen), Griechenland (drei Regionen auf NUTS-Ebene 1), Ungarn (drei Regionen) und Litauen (das aus nur einer Region besteht).
In Norwegen waren Online-Einkäufe relativ weit verbreitet; dort lag der geringste regionale Anteil an Online-Einkäufen bei 63 % in Hedmark og Oppland. In Island war diese Aktivität dagegen deutlich weniger verbreitet (45 %). Die Menschen in den Kandidatenländern nahmen deutlich weniger Online-Einkäufe vor, darunter nur 4 % in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und 5 % in der Türkei (keine regionalen Daten verfügbar); der höchste Anteil an Online-Einkäufen in den Kandidatenländern, für die Daten verfügbar sind, wurde mit 17 % in Jadranska Hrvatska (Kroatien) verzeichnet.
Wie aus den Maßzahlen der Streuung hervorgeht, verteilten sich die Online-Einkäufe in Schweden, Finnland, Österreich und Dänemark relativ gleichmäßig über die Regionen (auf NUTS-2-Ebene), während die regionale Struktur in Rumänien und Bulgarien sowie in geringerem Maße in Italien und Griechenland (Regionen auf NUTS-1-Ebene) weniger gleichmäßig ausfiel.
Datenquellen und Datenverfügbarkeit
Die EU-Statistiken über die IKT-Nutzung stützen sich auf eine Verordnung über Gemeinschaftsstatistiken zur Informationsgesellschaft. Die Verordnung bezieht sich auf Statistiken über die IKT-Nutzung in Unternehmen und Statistiken über die IKT-Nutzung in Haushalten und durch Privatpersonen – im vorliegenden Artikel wird lediglich der letztgenannte Aspekt behandelt.
Regionale IKT-Daten zu einer begrenzten Liste von Indikatoren auf der NUTS-1-Ebene werden von den EU-Mitgliedstaaten seit 2006 freiwillig vorgeelegt und seit 2008 verpflichtend. Einige Mitgliedstaaten stellen freiwillig regionale Daten auf NUTS-2-Ebene zur Verfügung. Für die Befragungen von Haushalten/Privatpersonen werden Fragen zum IKT-Zugang an die Haushalte gerichtet, während Fragen zur IKT-Nutzung von den Privatpersonen beantwortet werden, die zum Haushalt gehören. Neben einem Kernteil hat der Musterfragebogen jedes Jahr ein neues Hauptthema. Der Erfassungsbereich der Erhebung für Haushalte/Privatpersonen betrifft Privatpersonen zwischen 16 und 74 Jahren und Haushalte mit mindestens einem Mitglied in dieser Altersgruppe. Der Berichtszeitraum umfasst die ersten drei Monate des Kalenderjahrs.
Der Begriff „Breitbandverbindung" bezieht sich auf die Geschwindigkeit der Datenübertragung beim Hoch- und Herunterladen von Daten. Breitband erfordert eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von mindestens 144 kBit/s. Die am häufigsten benutzten Technologien für den Breitbandzugang zum Internet sind der digitale Teilnehmeranschluss (Digital Subscriber Line - DSL) oder Kabelmodem.
Internetnutzer sind Personen, die in den letzten drei Monaten vor der Erhebung das Internet genutzt haben. Regelmäßige Internetnutzer haben im Bezugszeitraum von drei Monaten das Internet mindestens einmal pro Woche genutzt.
Elektronischer Handel über das Internet wird definiert als Bestellung von Waren oder Dienstleistungen über das Internet. Der Erwerb von Finanzinvestitionen, z. B. Aktien, bestätigte Reservierungen für Unterkünfte und Reisen, die Teilnahme an Lotterien und Wetten und der Erwerb von kostenpflichtigen Informationsdiensten über das Internet oder Käufe in Online-Auktionen sind in der Definition enthalten. Bestellungen durch manuell geschriebene E-Mails sind nicht enthalten. Die Lieferung oder Bezahlung auf elektronischem Wege ist nicht Voraussetzung einer Transaktion im elektronischen Handel.
Kontext
In den vergangenen Jahrzehnten haben die Informations- und Kommunikationstechnologien in allen Bereichen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens ihren festen Platz gefunden. Sie bewirken einen tiefgehenden und bisher nie da gewesenen Wandel unserer Gesellschaft. Das Internet ermöglicht den leichten Zugang zu Informationen über praktisch alle Themenbereiche, da Suchmaschinen einen schnellen und einfachen Zugriff auf Webseiten und Informationsquellen bieten. Viele weitere Aktivitäten wie Kommunikation, Konsum von Medien oder Kauf und Verkauf von Gütern und Dienstleistungen können online abgewickelt werden. So ist es beispielsweise möglich, den Kontakt zu Familienmitgliedern oder Freunden über soziale Online-Netze zu pflegen, Urlaubsbilder über das Web auszutauschen oder mit Freunden per Videoanruf über das Internet zu telefonieren, während ein zunehmender Anteil des Einzelhandels über Online-Transaktionen abgewickelt wird. IKT unterstützen ferner die Telearbeit und ermöglichen so eine größere Flexibilität bei der Arbeitsorganisation. Die damit verbundenen Entwicklungen führten zu neuen Dimensionen der Beteiligung von Privatpersonen und Gruppen am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder politischen Leben. Durch die Allgegenwart der IKT eröffnen sich vollkommen neue Möglichkeiten für die Beteiligung an Wirtschaft und Gesellschaft.
Grundvoraussetzung für die Teilhabe der Bürger und Unternehmen an der Informationsgesellschaft ist der Zugang zu den IKT, also z. B. die Verfügbarkeit von elektronischen Geräten wie Computern und von schnellen Internet-Anschlüssen. Zur Unterscheidung zwischen den Personen, die Zugang zum Internet haben und somit die im World Wide Web angebotenen Dienste nutzen können, und all jenen, die davon ausgeschlossen sind, wurde der Begriff „digitale Kluft" geprägt. Unter diesen Begriff fallen ausdrücklich sowohl der Zugang zu den IKT als auch die entsprechenden Kompetenzen, die erforderlich sind, um an der Informationsgesellschaft teilzunehmen. Die digitale Kluft wird nach Kriterien bemessen, die die Unterschiede in der Beteiligung nach Geschlecht, Alter, Bildungsgrad, Einkommen, gesellschaftlichen Gruppen oder der geografischen Lage beschreiben. So sind beispielsweise eine regelmäßige Internetnutzung sowie insbesondere Online-Einkäufe in ländlichen/abgelegenen Regionen in der Regel weniger verbreitet.
In der Europäischen Union hat die Politik auf nationaler und europäischer Ebene anerkannt, wie wichtig es ist, die digitale Kluft zu überwinden und allen Bürgern einen gleichberechtigten Zugang zu den IKT sowie die Teilhabe an der Informationsgesellschaft zu ermöglichen. Im Mai 2010 hat die Europäische Kommission ihre Mitteilung mit dem Titel „Eine Digitale Agenda für Europa“ angenommen (KOM(2010) 245 endg.), eine Strategie für die Schaffung einer florierenden digitalen Wirtschaft bis 2020. Die Digitale Agenda für Europa bildet eine der sieben Leitinitiativen im Rahmen der Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. Sie enthält Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen, alle Teile der Gesellschaft und der Wirtschaft möglichst umfassend von den Vorteilen des Digitalzeitalters profitieren zu lassen. Die Agenda sieht sieben vorrangige Aktionsbereiche vor: Schaffung eines digitalen Binnenmarkts, größere Interoperabilität, Steigerung von Vertrauen und Sicherheit im Internet, viel schnellerer Internetzugang, höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung, Verbesserung der digitalen Kompetenzen und Integration sowie Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen wie Klimawandel und Bevölkerungsalterung. Wichtige Vorteile wären beispielsweise die Vereinfachung der elektronischen Zahlungen und Rechnungen, die zügige Einführung der Telemedizin und eine energieeffiziente Beleuchtung. In der Digitalen Agenda wird Nachdruck auf die Qualität der Dienste gelegt: Alle Haushalte sollten über einen Breitbandanschluss mit einer Geschwindigkeit von mindestens 30 MBit/s und 50 % der Haushalte über einen Zugang mit einer Geschwindigkeit von mindestens 100 MBit/s verfügen. Die wichtigsten Benchmarking-Indikatoren sind im „Benchmarking-Rahmen für den Leistungsvergleich im digitalen Europa 2011-2015“ der Europäischen Kommission definiert, mit dem die Entwicklung der europäischen Informationsgesellschaft und der Fortschritt bei der Verwirklichung der Ziele der Digitalen Agenda überwacht werden.
In der Digitalen Agenda für Europa wird zudem die Bedeutung des Online-Einkaufs hervorgehoben und die Einrichtung eines digitalen Binnenmarkts in Europa angestrebt. Die politischen Maßnahmen zielen auf den Abbau nationaler Hindernisse für Online-Märkte ab, indem der Zugang zu Inhalten - z. B. Kauf und Herunterladen von digitalen Medieninhalten – erleichtert wird, grenzübergreifende Transaktionen und Zahlungen vereinfacht werden und Vertrauen in den grenzüberschreitenden elektronischen Handel geschaffen wird.
Weitere Informationen von Eurostat
Veröffentlichungen
- IKT-Sicherheit in Unternehmen, 2010 - Statistik kurz gefasst 7/2011 (auf Englisch)
- Eurostat Jahrbuch der Regionen 2011 - Kapitel 10 (auf Englisch)
- Science, technology and innovation in Europe - Pocketbook – 2011 edition (auf Englisch)
- Science, technology and innovation in Europe - Statistical book - 2010 edition (auf Englisch)
Haupttabellen
- Politikrelevante Indikatoren (t_isoc_pi)
- Fernmeldedienste (t_isoc_tc)
- Computer und das Internet in Haushalte und Unternehmen (t_isoc_ci)
- E-Commerce durch Privatpersonen und Unternehmen (t_isoc_ec)
- IT-Fähigkeiten von Personen und IT-Kompetenz in Unternehmen (t_isoc_sk)
- Regionale Statistik der Informationsgesellschaft (t_isoc_reg)
Datenbank
- Politikrelevante Indikatoren (isoc_pi)
- Fernmeldedienste (isoc_tc)
- Computer und das Internet in Haushalte und Unternehmen (isoc_ci)
- E-Commerce durch Privatpersonen und Unternehmen (isoc_ec)
- IT-Fähigkeiten von Personen und IT-Kompetenz in Unternehmen (isoc_sk)
- Regionale Statistik der Informationsgesellschaft (isoc_reg)
Spezieller Bereich
Methodik / Metadaten
- Computers and the Internet in households and enterprises (ESMS metadata file - isoc_ci_esms) (auf Englisch)
- Data production methods for harmonised patent statistics: assignee sector allocation (auf Englisch)
- Data production methods for harmonised patent statistics: patentee name harmonisation (auf Englisch)
- E-commerce by individuals and enterprises (ESMS metadata file - isoc_ec_esms) (auf Englisch)
- E-skills of individuals and ICT competence in enterprises (ESMS metadata file - isoc_sk_esms) (auf Englisch)
- OECD patent statistics manual (auf Englisch)
- Policy indicators (ESMS metadata file - isoc_pi_esms) (auf Englisch)
- Regional information society statistics (ESMS metadata file - isoc_reg_esms) (auf Englisch)
- Wissenschaft, Technologie und Innovationen - Methodologie
- Telecommunication services (ESMS metadata file - isoc_tc_esms) (auf Englisch)
Quelldaten für die Tabellen, Abbildungen und Karten (MS Excel)
Weitere Informationen
- Eine europäische Informationsgesellschaft für Wachstum und Beschäftigung
- Eine Digitale Agenda für Europa
- EUROPA 2020
- Framework for benchmarking digital Europe 2011-15 (auf Englisch)
- Verordnung 808/2004 vom 21. April 2004 über Gemeinschaftsstatistiken zur Informationsgesellschaft (Text von Bedeutung für den EWR)
- Riga ministerial declaration on e-inclusion of November 2006 (auf Englisch)
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