Informationsgesellschaftsstatistiken auf regionaler Ebene

Aus Statistics Explained

Wechseln zu: Navigation , Suche
Daten von März 2014. Neueste Daten: Weitere Informationen von Eurostat, Haupttabellen und Datenbank. Aktualisierung des Artikels geplant: Juni 2015

Dieser Artikel ist Bestandteil einer Reihe statistischer Artikel auf der Grundlage des Jahrbuchs der Regionen von Eurostat. In diesem Artikel liegt der Schwerpunkt auf den geografischen Aspekten der digitalen Kluft — hierzu wird eine Reihe regionalstatistischer Daten über die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in der Europäischen Union (EU) vorgestellt.

Wichtigste statistische Ergebnisse

In der Regel sind Regionalstatistiken über IKT für NUTS-2-Regionen verfügbar. Die neuesten Daten aus Deutschland, Griechenland, Frankreich, Polen und dem Vereinigten Königreich liegen allerdings ausschließlich für NUTS-1-Regionen vor und für Slowenien sind nur landesweite Daten verfügbar. Statistiken über die IKT-Nutzung werden zudem für Island, Norwegen, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und die Türkei vorgelegt; von diesen Ländern gibt es jedoch nur für Norwegen und die Türkei eine regionale Untergliederung. Alle Angaben zu Einzelpersonen beziehen sich — sofern nichts anderes angegeben — auf Personen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren.

Personen, die noch nie einen Computer benutzt haben

Karte 1: Einzelpersonen, die noch nie einen Computer benutzt haben, nach NUTS-2-Regionen, 2013 (1)
(Anteil der Einzelpersonen in %) - Quelle: Eurostat (isoc_r_cux_i) und (isoc_ci_eu_i)

Zu Beginn der digitalen Revolution hatten nur jene Personen Zugang zum Internet, die mit einem Computer arbeiteten oder einen Computer besaßen. Anschließend vollzogen sich jedoch eine Reihe technologischer Entwicklungen, die dazu führten, dass eine breitere Palette von Geräten für den Zugang zum Internet benutzt werden konnte. Der Einsatz eines Computers war von da an also nicht mehr unabdingbar für die Nutzung des Internets. Trotz der Möglichkeit der Verwendung anderer Geräte für den Zugang zum Internet (besonders von unterwegs) setzen viele Europäer weiterhin einen Computer zur Durchführung einer Vielzahl von Aufgaben sowohl im Arbeits- als auch im Privatleben ein.

In 26 Regionen der EU haben mindestens 35 % der Bevölkerung noch nie einen Computer benutzt

Karte 1 zeigt, dass im Jahr 2013 19 % der Bevölkerung der gesamten EU-28 (im Alter zwischen 16 und 74 Jahren) noch nie einen Computer benutzt hatten. Von den 187 Regionen der EU-28, für die Daten vorliegen, war Sud-Muntenia (in Südrumänien) die einzige Region, in der die Mehrzahl der Bevölkerung noch nie einen Computer benutzt hatte (51 %). In 25 Regionen lag der Anteil der Personen, die noch nie einem Computer benutzt hatten, zwischen 35 % und 50 %. Zu diesen Regionen zählten neun Regionen in Italien (vornehmlich in Süditalien, aber auch Piemonte und Umbria gehörten dazu), sechs der verbleibenden sieben NUTS-2-Regionen in Rumänien (die Hauptstadtregion Bucureşti-Ilfov war die einzige Ausnahme), fünf NUTS-2-Regionen in Bulgarien (die Hauptstadtregion Yugozapaden war die einzige Ausnahme), drei der vier NUTS-1-Regionen in Griechenland (die Hauptstadtregion Attiki war die einzige Ausnahme) und jeweils eine Region in Spanien (Ciudad Autónoma de Melilla) und Polen (Region Wschodni).

In 62 Regionen der EU haben mindestens 90 % der Bevölkerung schon einen Computer benutzt

Am anderen Ende der Skala war die Nutzung von Computern in 62 Regionen der EU-28 etwas Alltägliches. Der Anteil der Bevölkerung, der bereits einen Computer benutzt hatte, lag dort bei mindestens 90 %. Unter diesen Regionen gab es 25 Regionen aus Nord- und Westeuropa, in denen der Anteil der Einzelpersonen, die bereits einen Computer benutzt hatten, mehr als 95 % betrug. Zu diesen Regionen zählten alle Regionen Dänemarks, Schwedens und Luxemburgs (das auf dieser Detailebene eine einzige Region bildet), sieben Regionen aus den Niederlanden, drei Regionen aus dem Süden des Vereinigten Königreichs (NUTS-1) sowie eine Region aus Finnland. Der höchste Anteil von Personen, die bereits einen Computer benutzt hatten, wurde in der niederländischen Region Flevoland verzeichnet (99 %), während in 12 weiteren, in Dänemark, den Niederlanden, Finnland, Schweden und dem Vereinigte Königreich gelegenen Regionen (darunter die dänische und die finnische Hauptstadtregion Hovedstaden bzw. Helsinki-Uusimaa) 98 % der Bevölkerung bereits einen Computer benutzt hatten; die gleiche Quote wurde auch aus Island gemeldet (das auf dieser Detailebene eine einzige Region bildet).

Breitbandverbindungen

Karte 2: Haushalte mit Breitbandzugang, nach NUTS-2-Regionen, 2013 (1)
(Anteil der Haushalte mit Breitbandzugang in %) - Quelle: Eurostat (isoc_r_broad_h) und (isoc_ci_eu_h)

Die Digitale Agenda für Europa sah vor, dass die gesamte EU bis 2013 eine flächendeckende Breitband-Versorgung aufweisen sollte. Hierbei ist zu erwähnen, dass diese Referenzgröße (Benchmark) anhand der technischen Möglichkeiten des Breitbandzugangs definiert wird und nicht gemäß der Nutzung der Breitbanddienste durch die Haushalte (wie in Karte 2 gezeigt wird). In ihrem Digital Agenda Scoreboard (2013) (auf Englisch) schätzte die Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien der Europäischen Kommission, dass Anfang 2013 fast alle europäischen Haushalte die Möglichkeit des Zugangs zum Basis-Breitband hatten, wenn sie diesen Dienst gewünscht hätten (die Zahlen berücksichtigen alle Breitbandtechnologien — von den festnetzbasierten, ortsgebundenen drahtlosen oder mobilen bis hin zu den satellitengestützten Breitbanddiensten). Eine normale, festnetzbasierte Breitbandversorgung stand schätzungsweise 95,5 % der Haushalte in der EU zur Verfügung, wobei der Anteil in ländlichen Gebieten mit 83,2 % niedriger war.

Ferner sieht die Digitale Agenda bis 2020 eine Versorgung der gesamten EU mit Breitbandanschlüssen mit einer Geschwindigkeit von über 30 Mbit/s vor. Schätzungen zufolge hatte Anfang 2013 mehr als die Hälfte (53,8 %) aller Haushalte der EU-28 Zugang zum Internet durch Technologien der nächsten Generation, die Download-Geschwindigkeiten von mindestens 30 Mbit/s ermöglichen können — und zwar in erster Linie durch Kabeltechnologien (39,4 %), daneben jedoch auch über VDSL-Anschlüsse (Very High Data Rate Digital Subscriber Line) und FTTP (Fibre To The Premises).

Politische Entscheidungsträger haben Anstrengungen unternommen, um sowohl die geografische Reichweite als auch die Geschwindigkeit des Breitbandinternets zu erhöhen. Im Jahr 2013 verfügten gut drei Viertel (76 %) aller Haushalte in der EU-28 (mit zumindest einem Haushaltsmitglied im Alter zwischen 16 und 74 Jahren) über einen Breitbandanschluss; dies entspricht einer Zunahme um 9 Prozentpunkte gegenüber 2011 (67 %). Die Zuwachsrate bei der Nutzung von Breitbanddiensten durch EU-Haushalte hat sich seit 2007 verlangsamt, da sich der Markt in manchen Regionen bereits der Sättigung näherte.

Höchster Anteil der Haushalte mit Breitbandversorgung in London

Karte 2 zeigt den Anteil der Haushalte mit Breitbandinternetzugang im Jahr 2013. Besonders umfassend war die Breitbandversorgung in Nord- und Westeuropa, vor allem in den nordischen Mitgliedstaaten, Deutschland, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Im Jahr 2013 verzeichneten neun Regionen der EU-28 einen Breitbandversorgungsgrad von mindestens 90 %. Der höchste Anteil (94 %) wurde für London (eine NUTS-1-Region) gemeldet, während zwei weitere NUTS-1-Regionen im Süden des Vereinigten Königreichs, drei Regionen in den Niederlanden und jeweils eine Region in Dänemark, Deutschland (eine NUTS-1-Region) und Finnland unter den Regionen mit einem Versorgungsgrad von mindestens 90 % vertreten waren. Von den EFTA-Ländern meldeten Island (das auf dieser Detailebene eine einzige Region bildet) sowie drei norwegische Regionen, dass mindestens 90 % ihrer Haushalte 2013 über einen Breitbandanschluss verfügten.

RYB glass.png
Regionen im Blickpunkt:


London (UKI), Vereinigtes Königreich

BT Tower, London
London war die Region mit dem höchsten Breitbandversorgungsgrad der EU-28: 94 % aller Haushalte verfügten 2013 über einen Breitbandanschluss.
Die Breitbandversorgungsquote lag in zwei weiteren Regionen des Vereinigten Königreichs bei mindestens 90 %, und zwar in South East (UKJ) und in South West (UKK). Die niedrigste Quote wurde in der englischen Region North East (England) (UKC) verzeichnet. Dort hatten 77 % der Haushalte einen Breitbandanschluss, womit die Region einen Prozentpunkt über dem EU-28-Durchschnitt lag.
© Foto: Dunc(an)

In drei bulgarischen, zwei griechischen und einer rumänischen Region verfügt weniger als die Hälfte aller Haushalte über einen Breitbandanschluss

In einigen Teilen Ost- und Südeuropas war der Breitbandversorgungsgrad besonders niedrig. Dies trifft insbesondere auf jeweils fünf Regionen in Bulgarien und Rumänien, drei der vier NUTS-1-Regionen in Griechenland, jeweils drei Regionen in Portugal und Italien sowie eine Region in Irland zu. In diesen 20 Regionen lag der Anteil der Haushalte mit Breitbandzugang unter 60 %. In Karte 2 sind sie in der hellsten Farbe dargestellt. Der niedrigste Breitbandversorgungsgrad wurde in den drei bulgarischen Regionen Severen tsentralen, Yugoiztochen und Severozapaden, den zwei griechischen NUTS-1-Regionen Kentriki Ellada (Mittelgriechenland) und Nisia Aigaiou, Kriti (Ägäische Inseln und Kreta) und der rumänischen Region Nord-Est verzeichnet. In all diesen Regionen verfügte im Jahr 2013 weniger als die Hälfte aller Haushalte über einen Breitbandanschluss, wobei der niedrigste Anteil in Kentriki Ellada festgestellt wurde (40 %).

In städtischen Gebieten war der Breitbandversorgungsgrad in der Regel höher

Abbildung 1: Haushalte mit Breitbandzugang, nach Urbanisierungsgrad, 2013 (1)
(Anteil der Haushalte mit Breitbandzugang in %) - Quelle: Eurostat (isoc_ci_it_h)

Die Verfügbarkeit einer schnellen Internetverbindung ist in starkem Maße von der Verlegung besserer Kabel abhängig und bleibt damit häufig zunächst auf städtische Gebiete beschränkt, bevor dieses Angebot auf andere Gebiete ausgeweitet wird. Dies erklärt möglicherweise einige der Unterschiede hinsichtlich der nach Urbanisierungsgrad aufgeschlüsselten Breitbandversorgungsraten.

Abbildung 1 zeigt, dass die meisten Länder in dicht besiedelten Gebieten (im Vergleich zu Gebieten mit mittlerer Besiedlungsdichte oder dünn besiedelten Gebieten) einen höheren Breitbandversorgungsgrad aufwiesen. In der EU-28 verfügten im Jahr 2013 80 % der Haushalte in dicht besiedelten Gebieten über einen Breitbandanschluss, gegenüber 77 % in Gebieten mit mittlerer Besiedlungsdichte und 70 % in gering besiedelten Gebieten. Dieses Muster war in den meisten EU-Mitgliedstaaten zu beobachten, wobei Ausnahmen eher in relativ kleinen und/oder dicht besiedelten Ländern festgestellt wurden (in denen bereits in umfassendem Maße landesweit Breitbandanschlüsse verfügbar waren).

Die größten Diskrepanzen zwischen dem urbanen und dem ländlichen Breitbandversorgungsgrad (wobei die ländlichen Gebiete hinterherhinkten) waren in Rumänien, Bulgarien, Litauen und Portugal zu beobachten. Diese vier Mitgliedstaaten waren zugleich auch die Mitgliedstaaten mit der schlechtesten Breitbandversorgung in gering besiedelten Gebieten. Sobald der nationale Breitbandversorgungsgrad jedoch über 75 % betrug, gab es kaum mehr Unterschiede bei den Versorgungsraten nach Verstädterungsgrad.

Regelmäßige Nutzung des Internets

Ein weiteres Ziel der Digitalen Agenda für Europa ist es, den prozentualen Anteil der regelmäßigen Internetnutzer bis 2015 auf 75 % zu erhöhen. Karte  3 zeigt regionale Daten für das Jahr 2013, in dem fast drei Viertel (72 %) der Bevölkerung der EU-28 das Internet regelmäßig nutzten (d. h. mindestens einmal pro Woche). Zwar lässt sich ein stetiger Anstieg des Anteils der regelmäßigen Internetnutzer beobachten, das Wachstumstempo hat sich jedoch seit dem Jahr 2010 deutlich verlangsamt. Die Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien schätzte in ihrem Bericht zum Digital Agenda Scoreboard (2013), dass das Ziel einer regelmäßigen Internetnutzung von 75 % voraussichtlich bereits ein Jahr früher als geplant erreicht werde.

Karte 3: Regelmäßige Internetnutzung, nach NUTS-2-Regionen, 2013 (1)
(Anteil der Einzelpersonen, die das Internet mindestens einmal pro Woche genutzt haben, in %) - Quelle: Eurostat (isoc_r_iuse_i) und (isoc_ci_eu_i)

Von den 187 Regionen, für die im Jahr 2013 Daten vorlagen, berichteten 86 Regionen, dass mindestens drei Viertel ihrer Einwohner das Internet im Jahr 2013 regelmäßig nutzten. Jede dieser Regionen verzeichnete daher einen Internetnutzungsgrad, welcher der in der Digitalen Agenda für Europa für 2015 festgelegte Referenzgröße entsprach oder diese übertraf.

Besonders hohe Internetnutzungsraten in den nordischen Mitgliedstaaten, Luxemburg, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich

In 26 EU-Regionen betrug der Bevölkerungsanteil, der das Internet regelmäßig nutzte, im Jahr 2013 mindestens 90 % (in Karte 3 in der dunkelsten Farbe dargestellt). Elf dieser 26 Regionen lagen in den Niederlanden, sieben in Schweden, drei in Dänemark und drei NUTS-1-Regionen im Süden des Vereinigten Königreichs. Die verbleibenden zwei Regionen waren die Hauptstadtregion Helsinki-Uusimaa (Finnland) und Luxemburg (das auf dieser Detailebene eine einzige Region bildet). In den übrigen Regionen Dänemarks, der Niederlande und Schwedens war der Anteil der Einzelpersonen, die das Internet regelmäßig nutzten, nur geringfügig niedriger (zwischen 87 und 89 %).

Der Anteil der regelmäßigen Internetnutzer reichte 2013 von 97 % in Utrecht (Niederlande) am oberen Ende der Skala bis hin zu 39 % in Sud-Muntenia (Rumänien) am unteren Ende. Mit anderen Worten, in Utrecht war die Zahl der regelmäßigen Internetnutzer fast zweieinhalbmal so hoch wie in Sud-Muntenia.

Im Jahr 2013 nutzte ein sehr großer Teil der Bevölkerung Islands und mehrerer Regionen Norwegens das Internet regelmäßig: In Island (das auf dieser Detailebene eine Region bildet) waren es 95 % der Bevölkerung, während der Anteil in der norwegischen Hauptstadtregion Oslo og Akershus und in der Region Vestlandet sogar 96 % betrug. Von den sieben Regionen in Norwegen war die Region mit dem niedrigsten Anteil regelmäßiger Internetnutzer die Region Hedmark og Oppland (89 %).

Die Hauptstadtregion Bucureşti-Ilfov war die einzige rumänische Region, in der mehr als die Hälfte der Bevölkerung das Internet regelmäßig nutzte

Dagegen gab es 18 Regionen in der EU, in denen weniger als die Hälfte aller Einzelpersonen 2013 regelmäßig das Internet nutzten. Dazu zählten sieben der insgesamt acht Regionen Rumäniens (die einzige Ausnahme war die Hauptstadtregion Bucureşti-Ilfov (67 %)), jeweils fünf Regionen in Bulgarien und Süditalien sowie die NUTS-1-Region Kentriki Ellada (Griechenland). Ferner war auch in zwei der vier NUTS-1-Regionen Griechenlands, in Zypern (das auf dieser Detailebene eine Region bildet) sowie in vielen Regionen Spaniens, Kroatiens, Italiens, Polens und Portugals der Bevölkerungsanteil, der regelmäßig das Internet nutzte, relativ niedrig (zwischen 50 % und weniger als 65 %).

In den beiden Kandidatenländern, für die Angaben vorliegen, lag die Häufigkeit der regelmäßigen Internetnutzung unter dem EU-28-Durchschnitt. Gut die Hälfte (54 %) der Bevölkerung der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien nutzte das Internet regelmäßig (hierbei ist zu beachten, dass sich die neuesten Daten auf das Jahr 2012 beziehen), während die Anteile in den türkischen Regionen im Jahr 2013 von 16 % in der östlichen Region Van, Muş, Bitlis, Hakkari am unteren Ende der Skala bis hin zu 55 % in der Hauptstadtregion Ankara am oberen Ende der Skala reichten.

In der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten verzeichneten die Hauptstadtregionen die meisten regelmäßigen Internetnutzer

Abbildung 2: Regionale Unterschiede bei der regelmäßigen Internetnutzung, nach NUTS-2-Regionen, 2013 (1)
(Anteil der Einzelpersonen, die das Internet mindestens einmal pro Woche genutzt haben, in %) - Quelle: Eurostat (isoc_r_iuse_i) und (isoc_ci_eu_i)

Wie Abbildung 2 zu entnehmen ist, gab es in Rumänien, Frankreich, Griechenland, Spanien, Italien und in der Türkei relativ große Unterschiede hinsichtlich der Internetnutzung zwischen den einzelnen Regionen. Die Hauptstadtregionen dieser Länder verzeichneten 2013 jeweils die höchsten Werte bei der regelmäßigen Internetnutzung (mit Ausnahme Italiens) und meldeten oft Anteile, die bedeutend über jenen der anderen Regionen lagen. So war beispielsweise der Anteil der Einzelpersonen, die das Internet regelmäßig nutzten, in der rumänischen Hauptstadtregion Bucureşti-Ilfov um 19 Prozentpunkte höher als in der Region Vest, welche die zweithöchste Nutzungsrate in Rumänien aufwies. Die relativ große Bandbreite zwischen den französischen Regionen beruht auf dem viel niedrigeren Anteil regelmäßiger Internetnutzer in den Départements d'outre-mer im Vergleich zu den Regionen des französischen Mutterlandes.

Belgien, Deutschland, Italien, die Niederlande, Österreich und Polen waren die einzigen multiregionalen EU-Mitgliedstaaten, in denen 2013 der höchste Anteil regelmäßiger Internetnutzer nicht auf die jeweilige Hauptstadtregion entfiel. Dabei war von allen Hauptstadtregionen dieser Staaten die Région de Bruxelles-Capitale/Brussels Hoofdstedelijk Gewest (Belgien) die einzige, in welcher der Bevölkerungsanteil, der das Internet regelmäßig nutzte, nur geringfügig unter dem nationalen Durchschnitt lag (78 % im Vergleich zu 80 %). Die meisten regelmäßigen Internetnutzer verzeichneten in Belgien die beiden an die belgische Hauptstadt angrenzenden Provinzen Vlaams-Brabant und Brabant Wallon (jeweils 85 %). Außerdem war die regelmäßige Internetnutzung auch in den vier übrigen flämischen Regionen höher als in der Hauptstadtregion.

Regelmäßige Internetnutzung steigt mit zunehmendem Haushaltseinkommen

Abbildung 3: Regelmäßige Internetnutzung, nach Höhe des Einkommens, 2013 (1)
(Anteil der Einzelpersonen, die das Internet mindestens einmal pro Woche genutzt haben, in %) - Quelle: Eurostat (isoc_bde15cua)

Die digitale Kluft zwischen städtischen Regionen (und insbesondere Hauptstadtregionen) und ländlichen Regionen in Bezug auf den Breitbandversorgungsgrad und die Computer- bzw. Internetnutzung wurde bereits anhand überzeugender Daten belegt. In Abbildung 3 wird diese Analyse nun erweitert und das Verhältnis zwischen Haushaltseinkommen und regelmäßiger Nutzung des Internets betrachtet.

Knapp die Hälfte (49 %) aller Einzelpersonen der EU-28, die in den Haushalten des untersten Einkommensquartils lebten (also den 25 % der Haushalte mit dem niedrigsten Einkommen), nutzte 2013 das Internet regelmäßig. Mit zunehmendem Einkommen stieg die Zahl der regelmäßigen Internetnutzer entsprechend und erreichte einen Anteil von 85 % bei den Personen, die in den Haushalten des obersten Einkommensquartils lebten (also den 25 % der Haushalte mit dem höchsten Einkommen). Folglich war die regelmäßige Internetnutzung bei den Personen aus dem obersten Einkommensquartil 1,7-mal so hoch wie bei den Personen aus dem untersten Einkommensquartil.

In den 25 EU-Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen (Angaben fehlen für Kroatien, Irland und das Vereinigte Königreich), nutzten jeweils mehr Personen aus Haushalten des obersten Einkommensquartils als aus den anderen Quartilen das Internet regelmäßig (in Estland sowie in Island und Norwegen war der Anteil der Personen des obersten Quartils gleich hoch wie jener des dritten Quartils). In 15 dieser 25 Mitgliedstaaten kamen mindestens doppelt so viele regelmäßige Internetnutzer aus Haushalten des obersten Einkommensquartils als aus Haushalten des untersten Einkommensquartils. Die einkommensbedingten Unterschiede waren in Litauen und Rumänien sogar noch ausgeprägter, denn dort war die Wahrscheinlichkeit einer regelmäßigen Internetnutzung in Haushalten des obersten Quartils 3,2-mal so hoch wie in jenen des untersten Quartils. Die größten Unterschiede bei der nach Einkommen aufgeschlüsselten Internetnutzung wurden jedoch aus Bulgarien gemeldet, wo dieses Verhältnis mit 4,8 den höchsten Wert erreichte.

Nutzung des elektronischen Handels

Fast die Hälfte der EU-Bevölkerung tätigte im Jahr 2013 Online-Einkäufe

Im Jahr 2013 gaben 47 % der Einzelpersonen in der EU-28 an, (in den letzten zwölf Monaten vor der Erhebung zumindest einmal) Online-Einkäufe getätigt zu haben; in den Jahren 2007 und 2010 hatte dieser Wert bei 30 % bzw. 40 % gelegen. Folglich lag der Anteil der Einzelpersonen, die Waren oder Dienstleistungen über das Internet bestellten, im Jahr 2013 nahe an dem von der Digitalen Agenda für Europa festgelegten Ziel von 50 % der Bevölkerung bis 2015.

RYB glass.png
Regionen im Blickpunkt:


Bremen (DE5), Deutschland

Bremer Rathaus
Im Jahr 2013 verfügten in der norddeutschen Region Bremen (DE5) gut 90 % der Haushalte über einen Breitbandanschluss. Dies war zwar der höchste Anteil in Deutschland, doch abgesehen von zwei Regionen meldeten auch alle anderen NUTS-1-Regionen Deutschlands einen Breitbandversorgungsgrad, der über dem EU-28-Durchschnitt lag. Die Ausnahmen waren Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Ferner gab die Mehrheit der Bevölkerung in jeder deutschen NUTS-1-Region an, im Jahr 2013 Online-Einkäufe getätigt zu haben. Der höchste Anteil bei diesem Indikator wurde mit 76 % in Rheinland-Pfalz verzeichnet.
© Foto: Jürgen Howaldt

Online-Einkäufe: nur geringe Unterschiede innerhalb der einzelnen Länder, …

Karte 4: Online-Einkäufe, nach NUTS-2-Regionen, 2013 (1)
(Anteil der Einzelpersonen, die Waren oder Dienstleistungen für den privaten Gebrauch über das Internet bestellt haben, in %) - Quelle: Eurostat (isoc_r_blt12_i) und (isoc_ec_ibuy)

Wie Karte 4 zu entnehmen ist, nutzte die Bevölkerung in Nord- und Westeuropa den elektronischen Handel durch das Tätigen von Einkäufen über das Internet am häufigsten. Dies war insbesondere in Dänemark (in allen fünf Regionen), im Vereinigten Königreich (in allen NUTS-1-Regionen mit Ausnahme der englischen Region North East) und in Luxemburg (das auf dieser Detailebene eine einzige Region bildet) der Fall, wo Nutzungsraten von 70 % und höher verzeichnet wurden. Das Gleiche traf auch auf zahlreiche Regionen in Deutschland (NUTS-1), in den Niederlanden und in Schweden sowie auf die Hauptstadtregionen Île de France (NUTS-1) und Helsinki-Uusimaa zu.

Alle Regionen in Dänemark, Deutschland (NUTS-1), den europäischen Regionen Frankreichs (NUTS-1), Luxemburg, den Niederlanden, Finnland, Schweden und dem Vereinigten Königreich (NUTS-1), für die Daten verfügbar sind, berichteten, dass die Mehrheit ihrer Bevölkerung 2013 Online-Einkäufe tätigte. Insofern übertrafen sie allesamt die Zielvorgabe der Digitalen Agenda für 2015.

Eine Analyse der Ergebnisse nach EU-Mitgliedstaaten zeigt, dass es — abgesehen von der Tatsache, dass die Hauptstadtregionen tendenziell etwas höhere Anteile von Nutzern des elektronischen Handels vermeldeten — im Allgemeinen nur geringfügige Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen ein und desselben Landes gab.

… aber große Unterschiede zwischen allen EU-Regionen

Im Jahr 2013 reichte der Anteil der Einzelpersonen, die Online-Einkäufe tätigten, von 83 % in der dänischen Hauptstadtregion Hovedstaden und den beiden Regionen South East und South West im Süden des Vereinigten Königreichs bis hin zu 4 % in der rumänischen Region Sud-Est. Mit anderen Worten, die Einwohner von Hovedstaden kauften 21-mal öfter im Internet ein. Der Unterschied zwischen den Regionen mit der höchsten Bereitschaft zur Tätigung von Online-Einkäufen und der Region mit der geringsten Bereitschaft war bei diesem Indikator deutlich ausgeprägter als bei allen anderen in diesem Artikel behandelten Indikatoren für die IKT-Nutzung.

RYB info.png
Informationsgesellschaft — Mittel im Rahmen der Kohäsionspolitik


Die Strukturfonds der EU — insbesondere der Europäische Fonds für regionale Entwicklung sowie der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums — können eingesetzt werden, um die Nutzung von IKT durch Unternehmen und Haushalte zu fördern und so die Entwicklung von IKT-Produkten und -Dienstleistungen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich zu unterstützen, damit europaweit Infrastrukturen und Inhalte geschaffen werden, die — vor allem in abgelegenen und ländlichen Gebieten — einen erschwinglichen und integrativen Zugang zur digitalen Gesellschaft ermöglichen. Im Zeitraum 2007 bis 2013 wurden aus den Strukturfonds über 15 Mrd. EUR für die Entwicklung der IKT in Europa bereitgestellt, was 4,4 % der gesamten EU-Haushaltsmittel für die Kohäsionspolitik entsprach. Dabei vollzog sich in diesem Zeitraum eine Verschiebung der Investitionsschwerpunkte von der Infrastrukturfinanzierung hin zur Unterstützung der Entwicklung von Inhalten.

Für den neuesten Programmplanungszeitraum (2014–2020) wurde das System der Zuweisung von Strukturfondsmitteln überarbeitet. Die IKT wurden als eines von elf thematischen Zielen festgelegt, die für eine Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in Frage kommen, sowie als einer von vier Schwerpunktbereichen (zusammen mit der Stärkung von Forschung und Entwicklung, der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen und der Förderung der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft) definiert. Gemäß einem Vorschlag der Europäischen Kommission sollen die EU-Mitgliedstaaten und -Regionen eine Strategie für das digitale Wachstum sowie einen Plan für den Zugang zu Netzen der nächsten Generation vorlegen, bevor sie Strukturfondsprogramme zur Unterstützung von IKT-Projekten auflegen. Zur Förderung privater Investitionen mit größtmöglicher Hebelwirkung dient die Fazilität „Connecting Europe“, mit der der Aufbau nachhaltiger, effizienter Netze in der EU in den Bereichen Verkehr, Energie und digitale Dienste unterstützt werden soll — für den Telekommunikationssektor sind in diesem Zusammenhang Finanzmittel in Höhe von rund 1 Mrd. EUR vorgesehen. „Connecting Europe“ soll die Mobilität von Bürgern und Unternehmen fördern, indem beispielsweise nahtlose grenzübergreifende öffentliche Dienste angeboten werden, wie z. B. das elektronische Beschaffungswesen oder elektronische Gesundheitsdienste. Initiativen wie diese könnten bewirken, dass ein Unternehmen in einem EU-Mitgliedstaat ein Angebot an eine Behörde in einem anderen Mitgliedstaat übermitteln kann, oder dass ein Arzt, der eine Person behandelt, die während eines Aufenthalts im Ausland erkrankt, auf die Krankenakten des Patienten zugreifen kann. Es wird erwartet, dass mit der Fazilität „Connecting Europe“ die nationale Fragmentierung und die Sprachbarrieren überwunden werden, die derzeit womöglich noch die Zusammenarbeit oder den Wettbewerb über die Landesgrenzen hinweg beeinträchtigen.

Weitere Informationen sind folgenden Websites zu entnehmen: Kohäsionspolitik und Informations- und Kommunikationstechnologien; Connecting Europe Facility (auf Englisch)

Ranglisten bei ausgewählten IKT-Indikatoren

IKT-Zugangs- und Nutzungsraten besonders hoch in Utrecht, Stockholm und London

Tabelle 1: Die führenden EU-Regionen bei ausgewählten Indikatoren zur Informationsgesellschaft, nach NUTS-2-Regionen, 2010–2013 (1) - Quelle: Eurostat (isoc_r_cux_i), (isoc_ci_eu_i), (isoc_r_broad_h), (isoc_ci_eu_h), (isoc_r_iuse_i), (isoc_ci_eu_i), (isoc_r_blt12_i) und (isoc_ec_ibuy)

Tabelle 1 bietet eine Zusammenfassung der wichtigsten bisher in diesem Artikel behandelten Indikatoren sowie eine Rangliste der jeweils führenden Regionen. Regionen in den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und den nordischen Mitgliedstaaten führten die Ranglisten bei der Breitbandversorgung, der regelmäßigen Nutzung des Internets und Online-Einkäufen von Einzelpersonen an. Die Region Utrecht in den Niederlanden, Stockholm in Schweden und London im Vereinigten Königreich erzielten bei jedem dieser drei Indikatoren einen Platz unter den zehn Spitzenreitern. Abgesehen von den genannten Ländern waren nur die norddeutschen Regionen Bremen und Niedersachsen bei der Breitbandversorgung und Luxemburg bei der regelmäßigen Internetnutzung in der Rangliste vertreten.

Dass sich die Breitbandversorgung der Sättigung näherte, wurde aus den Daten für die 14 EU-Regionen mit den höchsten Versorgungsgraden deutlich, da die Zuwachsrate in diesen Regionen im Zeitraum 2010 bis 2013 durchgängig unter dem EU-28-Durchschnitt blieb. Entsprechend war auch der Zuwachs beim Anteil der Personen, die regelmäßig das Internet nutzten, im Allgemeinen in jenen Regionen geringer (als im EU-28-Durchschnitt), die bereits die meisten regelmäßigen Internetnutzer aufwiesen. Ausnahmen bildeten nur die beiden niederländischen Grenzregionen Groningen (im Norden) und Limburg (im Süden). Beim Anteil der Personen, die Online-Einkäufe tätigten, waren die mittelschwedische Region Östra Mellansverige, die Hauptstadtregion London (NUTS-1) und die in Mitteljutland gelegene Region Midtjylland (Dänemark) die einzigen Regionen in der Rangliste der zehn führenden Regionen, die im Zeitraum 2010 bis 2013 eine über dem EU-Durchschnitt liegende Zuwachsrate verzeichnen konnten.

Von den zehn Regionen mit den höchsten Bevölkerungsanteilen, die 2013 noch nie einen Computer benutzt hatten, lag bei den meisten der Zuwachs bei der Aufnahme der Computernutzung im Zeitraum 2010 bis 2013 unter dem EU-28-Durchschnitt, was darauf hindeutet, dass sich die digitale Kluft bei diesem Indikator im Allgemeinen vertieft hat. Dies war insbesondere in den beiden süditalienischen Regionen (Campania und Calabria) der Fall. Es gab jedoch zwei bulgarische und zwei rumänische Regionen, in denen der Anstieg beim Bevölkerungsanteil, der einen Computer nutzte, dem EU-28-Durchschnittswert entsprach oder darüber lag.

Datenquellen und Datenverfügbarkeit

EU-Statistiken über die Nutzung von IKT stützen sich auf die Verordnung (EG) Nr. 808/2004 über Gemeinschaftsstatistiken zur Informationsgesellschaft]. Die Verordnung bezieht sich auf Statistiken sowohl über die Nutzung von IKT in Unternehmen als auch über die Nutzung von IKT in Haushalten und durch Einzelpersonen. In diesem Artikel wird lediglich der letztgenannte Aspekt behandelt. Seit 2005 sind jedes Jahr Durchführungsverordnungen der Europäischen Kommission verabschiedet worden. Durch die jährliche Festlegung von bestimmten für die Datenerhebung relevanten Bereichen können die politischen Entscheidungsträger die Entwicklungen auf diesem sich schnell wandelnden Gebiet verfolgen, und die erhobenen Statistiken können so angepasst werden, dass auch eine Erfassung neuer Technologien und Dienste möglich ist. Der Großteil der in diesem Artikel vorgestellten Daten beruht auf der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1083/2012.

Die europäischen Erhebungen zur IKT-Nutzung sollen zeitnah statistische Daten über die Nutzung von IKT durch Einzelpersonen und Haushalte bereitstellen. Ein Großteil der Eurostat-Statistiken zur IKT-Nutzung wird im Benchmarking-Rahmen für das digitale Europa verwendet und steht im Zusammenhang mit der Digitalen Agenda für Europa. Ausgewählte Daten über die IKT-Nutzung werden außerdem zur Überwachung anderer Politikbereiche der EU, wie etwa der Kohäsionspolitik oder der Verbraucherpolitik, genutzt.

Die Erhebungen zur IKT-Nutzung dienen der Sammlung von Daten zur folgenden Themenliste:

  • Zugang zu und Nutzung von IKT durch Einzelpersonen und/oder Haushalte;
  • Nutzung von Internet und anderen elektronischen Netzen für verschiedene Zwecke durch Einzelpersonen und/oder Haushalte;
  • IKT-Sicherheit und Vertrauen in IKT;
  • IKT-Kompetenz und -Kenntnisse;
  • Hemmnisse für die Nutzung von IKT und Internet;
  • Auswirkungen der IKT-Nutzung auf Einzelpersonen und/oder Haushalte;
  • Nutzung von IKT durch Einzelpersonen für den Austausch von Informationen und Dienstleistungen mit staatlichen Stellen und öffentlichen Einrichtungen (eGovernment);
  • Zugang zu und Nutzung von Technologien, die jederzeit und überall die Verbindung mit dem Internet oder anderen Netzen ermöglichen (allgegenwärtige Konnektivität).

Regionale Daten über die IKT-Nutzung werden für eine begrenzte Zahl von Indikatoren erhoben (Haushalte mit häuslichem Internetzugang, Haushalte mit Breitbandzugang, Personen, die noch nie einen Computer benutzt haben, Personen, die regelmäßig das Internet nutzen, und Personen, die Waren oder Dienstleistungen für den privaten Gebrauch über das Internet bestellt haben). Diese Indikatoren werden von den EU-Mitgliedstaaten für NUTS-1-Regionen seit 2006 auf freiwilliger Basis und seit 2008 verpflichtend zur Verfügung gestellt. Viele EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und die Türkei stellen regionale Daten für Regionen der Ebene 2 auf freiwilliger Basis zur Verfügung.

Die statistische Einheit für regionale Daten über die IKT ist entweder der Haushalt oder die Einzelperson. Die Grundgesamtheit der Haushalte setzt sich aus allen Haushalten mit zumindest einem Haushaltsmitglied in der Altersgruppe zwischen 16 und 74 Jahren zusammen. Die Grundgesamtheit der Einzelpersonen besteht aus allen Einzelpersonen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren. Fragen zum IKT-Zugang werden an die Haushalte gerichtet, während Fragen zur IKT-Nutzung von den Einzelpersonen beantwortet werden, die zum Haushalt gehören. Neben einem Kernteil (der immer gleich bleibt) hat der Fragebogen jedes Jahr ein neues Hauptthema. Die Fragen können angepasst werden, um sicherzustellen, dass alle Entwicklungen bezüglich der Nutzung von IKT berücksichtigt werden. Daher haben einige Indikatoren auch relativ kurze Zeitreihen. Die Datenerhebung erfolgt in der Regel im zweiten Quartal des Erhebungsjahres.

EU-28-Aggregate werden gebildet, wenn die auf Landesebene vorliegenden Daten mindestens 60 % der EU-Bevölkerung und mindestens 55 % der 28 Länder der EU repräsentieren. Wenn zusätzliche nationale Daten verfügbar werden, werden diese in die Aggregate einbezogen oder zur Bildung neuer Aggregate verwendet, die zuvor (aufgrund eines geringen Erfassungsgrades) nicht verfügbar waren. Die IKT-Statistiken werden somit regelmäßig überarbeitet, um der Bereitstellung zusätzlicher Informationen Rechnung zu tragen.

Indikatordefinitionen

Der Begriff Breitband bezeichnet Telekommunikationsanschlüsse, bei denen ein breites Frequenzband für die Übertragung von Daten zur Verfügung steht. Als Breitband-Telekommunikationsleitungen oder -verbindungen gelten Telekommunikationsleitungen oder verbindungen, über die Daten mit hoher Geschwindigkeit übertragen werden, d. h. mit einer Upload- und Download-Geschwindigkeit (auch als Kapazität bezeichnet) von mindestens 144 kbit/s (Kilobit pro Sekunde oder kbps). Die gebräuchlichsten Technologien für den Breitband-Internetzugang sind der digitale Teilnehmeranschluss (DSL — Digital Subscriber Line) sowie Kabelanschlüsse über Kabelmodems.

Ein Internetnutzer wird im Kontext der IKT-Statistik als Person definiert, die das Internet auf jegliche Weise nutzt, sei es von zu Hause aus, vom Arbeitsplatz oder von sonstigen Orten aus, und zwar privat oder für berufliche Zwecke und unabhängig von der Art des dafür eingesetzten Geräts oder der Art der Verbindung. Regelmäßige Internetnutzer sind Personen, die in einem Bezugszeitraum von drei Monaten das Internet mindestens einmal pro Woche genutzt haben.

Elektronischer Geschäftsverkehr (E-Commerce) ist der Verkauf oder Erwerb von Waren oder Dienstleistungen durch Unternehmen, private Haushalte, Privatpersonen oder private Organisationen im Wege elektronischer Transaktionen, die über das Internet oder andere computergestützte Netze (Online-Kommunikationsnetze) durchgeführt werden. Für die Erhebung zur IKT-Nutzung in Privathaushalten und durch Privatpersonen ist der Begriff enger gefasst und definiert als die Bestellung von Waren bzw. die Erteilung von Aufträgen für Dienstleistungen über das Internet. (Die Lieferung oder Bezahlung auf elektronischem Wege ist keine Voraussetzung für Transaktionen im elektronischen Geschäftsverkehr). Dies kann u. a. auch den Abschluss von Geldanlagen (wie z. B. den Kauf von Aktien oder Anteilen), die Bestätigung von Buchungen von Unterkünften oder Reisen, den Kauf von Lotterielosen, das Abonnieren kostenpflichtiger Informationsdienstleistungen aus dem Internet und Käufe über Online-Aktionen umfassen. Nicht eingeschlossen sind Bestellungen oder Aufträge in Form von manuell geschriebenen E-Mail-Mitteilungen.

Kontext

RYB info.png
Die Digitale Agenda für Europa — eine Leitinitiative der Strategie Europa 2020


Im Jahr 2010 nahm die Europäische Kommission die Mitteilung „ Eine Digitale Agenda für Europa“ (KOM(2010) 245 endg.) an, in der eine Strategie für die Förderung einer florierenden digitalen Wirtschaft in der EU bis zum Jahr 2020 vorgestellt wurde. Dabei wurde der Überbrückung der digitalen Kluft ein besonderer Stellenwert beigemessen, damit zukünftig alle Bürger der EU vom Zugang zu und der Nutzung von IKT profitieren können. Die Digitale Agenda für Europa ist eine der sieben Leitinitiativen der Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum.

Die Digitale Agenda umfasst 101 konkrete strategische Schlüsselaktionen. Davon sind 78 Maßnahmen von der Europäischen Kommission durchzuführen (darunter 31 Rechtssetzungsvorschläge) und 23 von den EU-Mitgliedstaaten. Diese Maßnahmen sind in die folgenden Bereiche gruppiert:

  • Schaffung eines digitalen Binnenmarktes,
  • Verbesserung der Interoperabilität,
  • Steigerung von Vertrauen und Sicherheit im Internet,
  • Bereitstellung eines deutlich schnelleren Internetzugangs,
  • Förderung von Investitionen in Forschung und Entwicklung,
  • Verbesserung der digitalen Kompetenzen und Inklusion sowie
  • Einsatz der IKT bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen, wie sie der Klimawandel und die Bevölkerungsalterung darstellen.

Die Europäische Kommission führte 2012 eine Überprüfung der Digitalen Agenda durch, wobei zu diesem Zeitpunkt knapp die Hälfte (45 %) der 101 strategischen Schlüsselaktionen abgeschlossen worden war. Während der vollständige Umsetzung der ursprünglichen 101 Schlüsselaktionen weiterhin eine hoher Stellenwert beigemessen wird, wurden sieben zusätzliche Bereiche für neue, mit der digitalen Wirtschaft verknüpfte Initiativen aufgrund ihres Potenzials zur Ankurbelung der Konjunktur festgelegt. (Im Rahmen der Überprüfung wurde geschätzt, dass bei einer gezielten Förderung der sieben neuen Bereiche das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU bis 2020 um zusätzliche 5 % gesteigert und der Beschäftigungsaufbau durch die Schaffung von 3,8 Mio. neuen Arbeitsplätzen auf lange Sicht befördert werden könnte.) Die sieben aus der Überprüfung hervorgehenden Initiativen sehen Folgendes vor:

  • Schaffung eines neuen und stabilen regulatorischen Umfelds für Breitbandnetze,
  • Entwicklung neuer öffentlicher Infrastrukturen für digitale Dienste (durch die Fazilität „Connecting Europe“),
  • Bildung einer großen Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze,
  • Vorlegung von Vorschlägen für eine Strategie und eine Richtlinie zur Cybersicherheit,
  • Aktualisierung der EU-Rahmenvorschriften zum Urheberrecht,
  • Beschleunigung des Cloud-Computing durch die Nachfragemacht des öffentlichen Sektors sowie
  • Einführung einer Strategie für die Elektronikindustrie.

Weitere Informationen sind folgender Website zu entnehmen: Digital Agenda for Europe — a Europe 2020 initiative (auf Englisch)


Die Verbreitung von IKT in der EU wird von vielen Akteuren als entscheidende Voraussetzung für die Verbesserung sowohl des Produktivitätsniveaus als auch der Wettbewerbsfähigkeit der Regionen angesehen. Den IKT wird die Schaffung einer größeren Flexibilität in der Arbeitsumgebung zugeschrieben (da sie z. B. Heimarbeit oder Telearbeit ermöglichen). Die mit den IKT verbundenen Entwicklungen haben neue Dimensionen der Beteiligung von Einzelpersonen und Gruppen nicht nur am wirtschaftlichen Leben, sondern auch am gesellschaftlichen oder politischen Leben geschaffen. Die universelle Präsenz und weite Verbreitung von IKT haben tief greifende Auswirkungen auf den Wandel der Gesellschaft gehabt, eröffnen die IKT doch unabhängig vom geographischen Standort vollkommen neue Wege des Arbeitens, der sozialen Interaktion und des Informationsaustauschs. Ein schnelle Internet-Anschluss erleichtert (in Verbindung mit den einschlägigen Kenntnissen und Fertigkeiten) die Durchführung vieler Online-Aktivitäten, wie etwa die Beschaffung von Informationen über praktisch alle Themenbereiche, das Kommunizieren über Messenger-, Chat- oder Videodienste, das Zugreifen auf Arbeitsdateien, den Konsum von Medien und den Kauf oder Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Hierfür kann bereits jetzt eine immer breitere Palette von Geräten (wie etwa Smartphones, Tablets oder Computer) verwendet werden, und der technische Fortschritt schreitet, beispielsweise bei der Entwicklung von in die Kleidung integrierten vernetzten Geräten, rasant voran.


RYB info.png
Digital Agenda Scoreboard — Bewertung der IKT-Entwicklungen in der EU


Der Digital Agenda Scoreboard, der Fortschrittsanzeiger zur Digitalen Agenda, umfasst 13 wichtige Leistungsziele, die zur Bemessung der im Rahmen der Digitalen Agenda erzielten Fortschritte dienen. Jedes Jahr wird ein Fortschrittsanzeiger mit diesen Schlüsselindikatoren — zusammen mit einer breiten Palette weiterer Indikatoren — veröffentlicht. Diese 13 wichtigen Leistungsziele, die von den politischen Entscheidungsträgern zur Messung des Erfolgs der Digitalen Agenda festgelegt wurden, sehen Folgendes vor:

  • Bis 2013 soll die flächendeckende Breitbandversorgung der EU abgeschlossen sein.
  • Bis 2020 soll die gesamte EU Zugang zu Breitbanddiensten mit Übertragungsgeschwindigkeiten von mehr als 30 Mbit/s haben.
  • Bis 2020 sollen mindestens 50 % der EU über einen Breitbandanschluss mit mehr als 100 Mbit/s verfügen.
  • Bis 2015 sollen mindestens 50 % der Bevölkerung Online-Einkäufe tätigen.
  • Bis 2015 sollen mindestens 20 % der Bevölkerung grenzübergreifend Online-Einkäufe tätigen.
  • Bis 2015 sollen mindestens 33 % der kleinen und mittleren Unternehmen Online-Verkäufe tätigen.
  • Bis 2015 soll die Unterscheidung zwischen Roaming-Tarifen und nationalen Gebühren aufgehoben werden.
  • Bis 2015 soll sich die regelmäßige Internetnutzung von 60 % auf 75 % und bei benachteiligten Menschen von 41 % auf 60 % erhöhen.
  • Bis 2015 soll der Bevölkerungsanteil, der das Internet noch nie genutzt hat, von 30 % auf 15 % halbiert werden.
  • Bis 2015 sollen mindestens 50 % der EU-Bevölkerung elektronische Behördendienste nutzen (davon soll mehr als die Hälfte ausgefüllte Formulare elektronisch einreichen).
  • Bis 2015 sollen die wichtigsten grenzübergreifenden öffentlichen Dienste online verfügbar sein.
  • Bis 2020 sollen die öffentlichen Investitionen in die IKT-Forschung und -Entwicklung auf 11 Mrd. EUR verdoppelt werden.
  • Bis 2020 soll der Energieverbrauch zu Beleuchtungszwecken um 20 % reduziert werden.

Weitere Informationen sind folgender Website zu entnehmen: Digital Agenda for Europe — scoreboard (auf Englisch)

Siehe auch

Weitere Informationen von Eurostat

Veröffentlichungen

Haupttabellen

Politikrelevante Indikatoren (t_isoc_pi)
Computer und das Internet in Haushalten und Unternehmen (t_isoc_ci)
E-Commerce durch Privatpersonen und Unternehmen (t_isoc_ec)
IT-Fähigkeiten von Personen und IT-Kompetenz in Unternehmen (t_isoc_sk)
Regionale Statistik der Informationsgesellschaft (t_isoc_reg)
Regionale Statistik der Informationsgesellschaft (t_reg_isoc)

Datenbank

Politikrelevante Indikatoren (isoc_pi)
Computer und das Internet in Haushalten und Unternehmen (isoc_ci)
E-Commerce durch Privatpersonen und Unternehmen (isoc_ec)
IT-Fähigkeiten von Personen und IT-Kompetenz in Unternehmen (isoc_sk)
Regionale Statistik der Informationsgesellschaft (isoc_reg)
Regionale Statistik der Informationsgesellschaft (reg_isoc)

Spezieller Bereich

Methodik / Metadaten

Quelldaten für die Tabellen, Abbildungen und Karten (MS Excel)

Weblinks


Ansichten