Tourismusstatistiken auf regionaler Ebene

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Daten von Februar 2013. Neueste Daten: Weitere Informationen von Eurostat, Haupttabellen und Datenbank.

In diesem Artikel wird die regionale Struktur des Tourismus in der Europäischen Union (EU) vorgestellt. Es wird vor allem auf die Belegung von Beherbergungsbetrieben eingegangen, er enthält aber auch Zahlenangaben zur Kapazität der Beherbergungsbetriebe in europäischen Regionen. Die Zahl der Übernachtungen, die sowohl die Aufenthaltsdauer als auch die Zahl der Gäste widerspiegelt, gilt als Schlüsselindikator für die Beherbergungsstatistik. Stellt man diesen Wert der ansässigen Bevölkerung gegenüber, so erhält man die Tourismusintensität.

Dieser Artikel beinhaltet ausführliche Angaben zum Binnenreiseverkehr (dieser umfasst Reisen der Bevölkerung eines Landes an Zielorte innerhalb ihres Landes aber außerhalb ihrer gewohnten Umgebung) – d. h. zur Zahl der Übernachtungen und zu den unterschiedlichen bevorzugten Beherbergungsbetrieben – und stellt diese den vergleichbaren Angaben über ausländische Touristen (häufig bezeichnet als Nichtinländer) gegenüber.

Karte 1: Übernachtungen in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben, nach NUTS-2-Regionen, 2011 (1)
(Mio. Übernachtungen) – Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)
Abbildung 1: Die 20 beliebtesten Tourismusregionen der EU-27, Übernachtungen in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben, nach NUTS-2-Regionen, 2011 (1)
(Mio. Übernachtungen) – Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)
Karte 2: Übernachtungen in Hotels, nach NUTS-2-Regionen, durchschnittliche jährliche Veränderungsrate, 2007-2009 (1)
(in %) – Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)
Karte 3: Übernachtungen in Hotels, nach NUTS-2-Regionen, durchschnittliche jährliche Veränderungsrate, 2009-2011 (1)
(in %) – Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)
Karte 4: Übernachtungen auf Campingplätzen, nach NUTS-2-Regionen, durchschnittliche jährliche Veränderungsrate, 2009-2011 (1)
(in %) – Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)
Karte 5: Anteil der Übernachtungen von Nichtinländern in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben, nach NUTS-2-Regionen, 2011 (1)
(in % der Gesamtübernachtungen von Inländern und Nichtinländern) – Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)
Abbildung 2: Die 20 beliebtesten Tourismusregionen der EU-27, Übernachtungen von Nichtinländern in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben, nach NUTS-2-Regionen, 2011 (1)
(Mio. Übernachtungen) – Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)
Tabelle 1: Beliebteste Tourismusregionen, Anzahl der Übernachtungen in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben, nach NUTS-2-Regionen, 2011 (1) – Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)
Karte 6: Tourismusintensität: Übernachtungen in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben, nach NUTS-2-Regionen, 2011 (1)
(Mio. Übernachtungen) – Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2) und (demo_r_d3avg)
Karte 7: Durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben, nach NUTS-2-Regionen, 2011 (1)
(Tage) – Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2) und (tour_occ_arn2)
Karte 8: Bettendichte in Hotels im Verhältnis zur Fläche, nach NUTS-3-Regionen, 2011 (1)
(Schlafgelegenheiten pro km²) – Quelle: Eurostat (tour_cap_nuts3) und (demo_r_d3area)
Abbildung 3: Die 20 führenden Regionen der EU-27 nach Beherbergungskapazität, Zahl der Schlafgelegenheiten, nach NUTS-3-Regionen, 2011 (1)
(1 000 Schlafgelegenheiten) – Quelle: Eurostat (tour_cap_nuts3)
Karte 9: Durchschnittliche Größe von Beherbergungsbetrieben, nach NUTS-3-Regionen, 2011 (1)
(Schlafgelegenheiten) – Quelle: Eurostat (tour_cap_nuts3)

Wichtigste statistische Ergebnisse

Nach Angaben der United Nations World Tourism Organisation (auf Englisch) ist Europa die meistbesuchte Weltregion, auf die im Jahr 2011 mehr als die Hälfte aller weltweit verzeichneten internationalen Touristenankünfte entfielen. Im Jahr 2011 handelte es sich bei fünf der zehn weltweit am häufigsten besuchten Länder um Mitgliedstaaten der EU (Frankreich, Spanien, Italien, Vereinigtes Königreich und Deutschland), wobei das sechste Land, die Türkei, ein EU-Kandidatenland ist. Dabei dürften die Vielfalt der europäischen Kultur, die Vielgestaltigkeit der Landschaft und die Qualität der touristischen Infrastruktur zu den vielen Gründen gehören, die Touristen veranlassen, sich für einen Urlaubsaufenthalt in Europa zu entscheiden.

Zahl der Übernachtungen

Im Jahr 2011 wurden in der EU-27 insgesamt 2,44 Mrd. Übernachtungen in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben gezählt (Letztere umfassen auch Ferienwohnungen). Davon entfielen 57,3 % auf Reisen von Inländern im eigenen Wohnsitzland.

Karte 1 gibt einen Überblick über die Zahl der Übernachtungen von Inländern und Nichtinländern (aggregiert) im Jahr 2011. Häufig bilden die Küstenregionen den Schwerpunkt des Tourismus in der EU, aber auch in den Alpenregionen und in einigen Städten ist eine starke Nachfrage festzustellen. In insgesamt 55 Regionen (einschließlich Irlands, für das keine regionale Analyse vorliegt) der EU-27 wurden mehr als 10,0 Mio. Übernachtungen in Hotels, auf Campingplätzen und in anderen Beherbergungsbetrieben verzeichnet, wobei in 20 dieser Regionen mehr als 24,0 Mio. Übernachtungen gemeldet wurden. In dieser Liste der 20 erfolgreichsten Regionen rangieren sechs Regionen in Italien, jeweils fünf in Spanien und Frankreich, zwei in Deutschland und jeweils eine in Österreich und dem Vereinigten Königreich. Zum Vergleich: Für ganz Irland wurden 33,7 Mio. Übernachtungen gemeldet.

Abbildung 1 zeigt die 20 beliebtesten Tourismusregionen (ohne Irland), aufgeschlüsselt nach den unterschiedlichen Beherbergungsbetrieben. Auf diese 20 Regionen zusammen entfielen 38,6 % aller Übernachtungen in den 269 Regionen der EU-27, für die Daten vorliegen. In der spanischen Inselregion Canarias und der französischen Hauptstadtregion Île-de-France wurden im Jahr 2011 mit 89,8 Mio. bzw. 77,2 Mio. bei Weitem die meisten Übernachtungen verzeichnet. Es folgten die spanischen Regionen Cataluña, zu der auch Barcelona, Costa Brava und Costa Dorada gehören (69,3 Mio.), und Illes Balears mit den wichtigsten Inselreisezielen Mallorca, Menorca, Eivissa (Ibiza) und Formentera (64,3 Mio.). An fünfter Stelle rangierte die italienische Region Veneto mit Venedig (63,4 Mio.). Fast jede siebte Übernachtung in der EU entfiel auf eine dieser fünf Regionen. Inner London im Vereinigten Königreich (8. Platz), Tirol in Österreich (14. Platz) und die deutschen Regionen Oberbayern (18. Platz) und Mecklenburg-Vorpommern (20. Platz) lagen von den 20 Regionen mit den meisten Übernachtungen in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben als Einzige nicht in einem der drei führenden Tourismusländer der EU (Spanien, Frankreich, Italien). Jadranska Hrvatska (Kroatien) meldete für 2011 insgesamt 37,1 Mio. Übernachtungen und lag damit zwischen den auf Platz 12 und 13 rangierenden Regionen der EU.

In 14 der 20 beliebtesten EU-Regionen entfiel mehr als die Hälfte der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben auf Hotels und ähnliche Betriebe. Zu den Regionen, die für 2011 die meisten Hotelübernachtungen gemeldet haben, gehörten die Hauptstadtregionen Île de France und Inner London sowie die spanischen Regionen Canarias, Illes Balears, Cataluña und Andalucía mit jeweils mehr als 40 Mio. Übernachtungen; unter den 20 beliebtesten Regionen verbuchte Île de France den höchsten Anteil an Hotelübernachtungen (88,3 %). In den übrigen sechs der 20 beliebtesten Regionen (vier Regionen in Südfrankreich, Veneto in Italien und Mecklenburg-Vorpommern in Deutschland) entfiel die Mehrzahl der Übernachtungen auf Campingplätze oder sonstige Beherbergungsbetriebe. Insgesamt wurden die meisten Übernachtungen auf Campingplätzen für die französischen Regionen Languedoc-Roussillon, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Aquitaine und Pays de la Loire (Letztere gehörte nicht zu den 20 beliebtesten Regionen) sowie für Veneto in Italien und Cataluña in Spanien mit jeweils mehr als 10 Mio. Übernachtungen auf Campingplätzen gemeldet; auch in Jadranska Hrvatska (Kroatien) entfielen mehr als 10 Mio. Übernachtungen auf Campingplätze. Die zwei Tourismusregionen, in denen die meisten Übernachtungen in sonstigen Beherbergungsbetrieben verzeichnet wurden, waren Canarias (Spanien) und Rhône-Alpes (Frankreich) mit jeweils mehr als 20 Mio. Übernachtungen in sonstigen Beherbergungsbetrieben, wobei die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur nur knapp unter diesem Wert blieb.

Jüngste Entwicklungen bei den Übernachtungen in Hotels

In den Karten 2 und 3 wird die Entwicklung der Zahl der Übernachtungen in Hotels während der Anfangsphase der Finanz- und Wirtschaftskrise (ausgehend von dem vor der Krise im Jahr 2007 verzeichneten Stand bis zum Höhepunkt der Krise im Jahr 2009) der anschließenden Entwicklung (von 2009 bis zu den jüngsten verfügbaren Daten) gegenübergestellt.

Im Durchschnitt ging die Zahl der Übernachtungen in Hotels in der EU-27 zwischen 2007 und 2009 jährlich um 2,2 % zurück. Die Hotelbranche verzeichnete in 171 der 258 Regionen, für die Daten vorliegen, einen Rückgang der Zahl der Übernachtungen, der sich in 96 Regionen auf durchschnittlich mindestens 3,0 % pro Jahr und in zwölf Regionen auf mindestens 10,0 % pro Jahr belief. Dagegen war in 20 Regionen ein Anstieg um mehr als 4,0 % jährlich zu beobachten, wobei fünf Regionen — Flevoland in den Niederlanden sowie vier britische Regionen — Jahreszuwächse von über 10,0 % zu verzeichnen hatten. Es ist festzustellen, dass viele (jedoch nicht alle) britischen Regionen zwischen 2007 und 2009 eine starke Zunahme der Übernachtungen in Hotels verbuchten, die in vielen Fällen bis 2011 wieder zurückgingen. In nahezu allen Regionen, die zwischen 2007 und 2009 die größten Zuwächse zu verzeichnen hatten, entfiel ein Großteil der Veränderung auf den Anstieg der Zahl der Übernachtungen von Inländern in Hotels, was möglicherweise auf eine Substitution von Auslandsreisen durch Reisen innerhalb des Wohnsitzlandes zurückzuführen ist. Die umgekehrte Situation, namentlich ein starker Rückgang in der Anfangsphase der Krise, gefolgt von einer deutlichen Erholung, war in Lettland und in der bulgarischen Schwarzmeerregion Severoiztochen zu beobachten. In Lettland war diese Entwicklung auf einen Rückgang und eine anschließende Erholung im internationalen Tourismus zurückzuführen (Übernachtungen von Nichtinländern in Hotels), während die anfänglichen Einbußen in Severoiztochen in erster Linie sinkenden Übernachtungszahlen von Inländern in Hotels und der Aufschwung zwischen 2009 und 2011 einem starken Wachstum der Zahl der Übernachtungen sowohl von Inländern als auch von Nichtinländern geschuldet waren.

Im Durchschnitt stieg die Zahl der Übernachtungen in Hotels in der EU-27 zwischen 2009 und 2011 jährlich um 4,0 %. In der EU verzeichneten 112 NUTS-2-Regionen zwischen 2009 und 2011 bei der Zahl der Übernachtungen in Hotels einen jährlichen Zuwachs von über 4,0 %, von denen 19 einen durchschnittlichen Anstieg um mehr als 10,0 % pro Jahr erreichten: An der Spitze rangierte Litauen (das auf NUTS-2-Ebene eine einzige Region darstellt) mit einer Zunahme um 16,8 %. Acht der Regionen mit einem durchschnittlichen Zuwachs um mehr als 10,0 % lagen in Polen, drei in Spanien, jeweils zwei in Belgien, Bulgarien und dem Vereinigten Königreich sowie jeweils eine in Estland, Lettland, Litauen, Rumänien und der Slowakei. Dagegen verzeichnete die Hotelbranche in 57 der 266 Regionen, für die Daten vorliegen, einen Rückgang der Zahl der Übernachtungen, der sich in 36 Regionen auf durchschnittlich mindestens 3,0 % pro Jahr und in 13 Regionen auf mindestens 10,0 % pro Jahr belief. Starke Verluste wurden nahezu ausschließlich aus dem Vereinigten Königreich sowie aus einer ungarischen Region (Dél-Dunántúl) gemeldet. Von den Regionen in den Ländern der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) meldeten Ticino (Schweiz) mit 4,6 % jährlich und die norwegische Region Hedmark og Oppland mit 4,3 % jährlich den größten Rückgang. In den EFTA-Ländern verzeichnete keine Region einen durchschnittlichen Jahreszuwachs um mehr als 10,0 %, wobei in Island (8,4 % jährlich) und Nord-Norge (Norwegen, 7,5 %) der stärkste Anstieg zu beobachten war. Was die drei Regionen in den Beitritts- und Kandidatenländern betrifft, so verzeichnete die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien mit 10,8 % jährlich den stärksten und Kontinentalna Hrvatska (Kroatien) mit 1,6 % jährlich den schwächsten Anstieg der Zahl der Übernachtungen.

Jüngste Entwicklungen bei den Übernachtungen auf Campingplätzen

Aus Karte 4 geht hervor, dass die Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen in der EU-27 im Zeitraum 2009 bis 2011 jährlich um durchschnittlich 1,9 % gesunken ist. Dieser Durchschnittswert für die EU-27 zeugt von einer gegenläufigen Entwicklung im Vergleich zu der Veränderungsrate bei Hotels. Dies lässt auf eine Substitution der Übernachtungen auf Campingplätzen durch Übernachtungen in Hotels schließen, die womöglich einen Ausgleich für die zu Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise verzeichnete gegenläufige Entwicklung darstellte. Darüber hinaus waren bei den Campingplätzen vielfältigere regionale Entwicklungen und größere Unterschiede bei den Veränderungsraten im Zeitraum zwischen 2009 und 2011 zu beobachten. Die Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen ging in 54 der 252 Regionen, für die Daten verfügbar sind, jährlich um durchschnittlich 10,0 % oder mehr zurück; dieser Rückgang lag in 21 Regionen bei 20,0 % oder mehr und war in der britischen Region South Yorkshire mit 82,9 % pro Jahr am höchsten. Die Regionen mit rückläufiger Entwicklung der Übernachtungen auf Campingplätzen um jährlich 20,0 % oder mehr verteilten sich auf zehn Mitgliedstaaten, wobei allerdings Polen, die Slowakei und das Vereinigte Königreich mit jeweils mehreren Regionen vertreten waren. Im Gegensatz dazu meldeten 53 Regionen einen jährlichen durchschnittlichen Anstieg um mehr als 4,0 %, darunter 23 Regionen mit einem durchschnittlichen Zuwachs von mehr als 10,0 % jährlich. Bulgarien hatte mit 648,4 % (zwischen 2010 und 2011) den rasantesten durchschnittlichen Anstieg in der Region Severozapaden aufzuweisen, doch beruhte die hohe Zuwachsrate auf einem sehr niedrigen Ausgangswert der Zahl der Campingplatzübernachtungen. Sechs der Regionen mit einem durchschnittlichen Anstieg um mehr als 10 % lagen im Vereinigten Königreich (unterschiedliche Jahre, für die Daten verfügbar sind), jeweils drei in Bulgarien und Griechenland (zwischen 2009 und 2010), jeweils zwei in Deutschland, Italien (unterschiedliche Jahre, für die Daten verfügbar sind) und Polen sowie jeweils eine in Belgien, Spanien, Zypern, Lettland und den Niederlanden.

In den EFTA-Ländern verzeichneten fast alle Regionen zwischen 2009 und 2011 einen Rückgang der Übernachtungen auf Campingplätzen, der in Island die beträchtliche Rate von 32,9 % jährlich erreichte. Die einzigen Regionen, in denen die Zahl der Übernachtungen nicht rückläufig war, lagen in Norwegen: In Oslo og Akershus stieg sie um 1,7 %, während sie in Sør-Østlandet unverändert blieb. In den beiden Beitritts- bzw. Kandidatenländern, für die Daten verfügbar waren, entwickelten sich die Werte unterschiedlich: Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien verzeichnete einen durchschnittlichen Rückgang der Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen um 11,8 %, während in den beiden kroatischen Regionen Jadranska Hrvatska und Kontinentalna Hrvatska Zuwächse um 3,7 % bzw. 5,1 % erzielt wurden.

Der Anteil des touristischen Einreiseverkehrs

In der EU-27 insgesamt entfielen 2011 43 % aller Übernachtungen in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben auf Nichtinländer. Im Jahr 2011 war der Anteil des touristischen Einreiseverkehrs (Reisende aus dem Ausland) an allen Übernachtungen in den einzelnen Regionen der EU sehr unterschiedlich und reichte von nur 3,0 % in der rumänischen Region Sud-Vest Oltenia und der deutschen Region Mecklenburg-Vorpommern bis hin zu 96,0 % auf Malta. Auch in den griechischen Regionen Kriti und Notio Aigaio, in Zypern, Luxemburg, der tschechischen Hauptstadtregion Praha und der österreichischen Alpenregion Tirol entfielen auf ausländische Übernachtungsgäste mehr als 90 % der Übernachtungen. In der kroatischen Region Jadranska Hrvatska war dieser Anteil sogar noch höher.

Karte 5 zeigt den prozentualen Anteil der ausländischen Gäste an der Gesamtzahl der Übernachtungen. Insgesamt entfiel 2011 in 50 Regionen mehr als die Hälfte der Übernachtungen auf Nichtinländer. Dies war häufig in Hauptstadtregionen der Fall — Ausnahmen waren lediglich Deutschland, Spanien (mit einem Anteil von jeweils exakt 50 %), Polen, Finnland und Schweden; für Irland liegen keine regionalen Daten vor. Die südeuropäischen Insel- und Küstenregionen verzeichneten besonders hohe prozentuale Anteile ausländischer Gäste an der Zahl der Übernachtungen (von mehr als 50 %), insbesondere Malta, Zypern, die griechischen Inselregionen, die spanischen Illes Balears und Canarias, die spanische Region Cataluña, die portugiesischen Regionen Região Autónoma da Madeira und Algarve, die bulgarische Schwarzmeerküste und die italienischen Regionen Veneto und Toscana. In den Alpenregionen in Österreich und Italien entfiel ebenfalls die Mehrzahl der Übernachtungen auf ausländische Gäste, wie auch in der finnischen Inselregion Åland, in Severozápad in der Tschechischen Republik (einschließlich des Kurorts Karlovy Vary) und zahlreichen Regionen Belgiens.

Die 20 unter Nichtinländern beliebtesten Tourismusregionen der EU-27

Abbildung 2 zeigt die 20 EU-Regionen mit den höchsten Gesamtübernachtungszahlen ausländischer Touristen (Einreise) im Jahr 2011. Auf diese 20 beliebtesten Regionen entfiel mehr als die Hälfte (53 %) aller Übernachtungen von Nichtinländern in der EU-27. Für die sechs unter Nichtinländern beliebtesten Regionen (Canarias, Illes Balears, Cataluña, Inner London, Île-de-France und Veneto) wurden insgesamt mehr Übernachtungen gemeldet als für alle weiteren 14 Regionen zusammen. Die 20 unter Nichtinländern beliebtesten Regionen liegen in acht verschiedenen Mitgliedstaaten: Spanien, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien, Österreich, Griechenland, Zypern und Niederlande; jeweils fünf Regionen liegen in Spanien und in Italien. Mit 34,1 Mio. Übernachtungen von Nichtinländern liegt die kroatische Region Jadranska Hrvatska zwischen der sechsten und siebten Position der beliebtesten Regionen in der EU (in dieser Kategorie).

Die beliebtesten Regionen

In der gesamten EU-27 war 2011 mit 37,3 Mio. Übernachtungen inländischer Touristen die französische Region Provence-Alpes-Côte d'Azur die beliebteste von Inländern (in diesem Falle französischen Inländern) besuchte Region. Die beliebtesten Reiseziele für Nichtinländer (ausländische Touristen) waren im Jahr 2011 die spanischen Inselregionen Canarias und Illes Balears sowie die spanische Festlandregion Cataluña mit 76,0 Mio., 57,2 Mio. bzw. 44,0 Mio. Übernachtungen ausländischer Touristen.

Tabelle 1 zeigt nach Ländern und Inländern bzw. Nichtinländern unterteilt die Regionen mit den meisten Übernachtungen in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben im Jahr 2011. Touristen reisen bevorzugt in Regionen mit Küstengebieten, was in den zehn EU-Mitgliedstaaten, in denen alle NUTS-2-Regionen über eine Küste verfügen, zu beobachten war, naturgemäß jedoch nicht in den fünf Mitgliedstaaten ohne Meerzugang.

In den übrigen zwölf EU-Mitgliedstaaten (die weder Binnenstaaten noch vollständig von Küsten umgeben sind) handelte es sich bei den am meisten besuchten Regionen bei den Inländern um andere Regionen als bei den Nichtinländern; einzige Ausnahmen waren die Schwarzmeerküstenregion Yugoiztochen (Bulgarien) und die nordwestliche Küstenregion Zachodniopomorskie (Polen). In zehn dieser zwölf Mitgliedstaaten verfügten die bei Inländern beliebtesten Regionen über einen Küstenstreifen; Ausnahmen bildeten diesbezüglich lediglich die Niederlande und Slowenien. Bei den Nichtinländern war die Situation ausgewogener: In sieben der zwölf Mitgliedstaaten verfügten die am meisten besuchten Regionen über eine Küste, wobei es sich bei fünf der bei Nichtinländern beliebtesten Regionen um Hauptstadtregionen handelte.

Von den zehn EU-Mitgliedstaaten, in denen alle Regionen auf NUTS-2-Ebene über eine Küste verfügen, umfassen nur fünf auf dieser Ebene mehr als eine Region. Dort haben Nichtinländer in der Mehrzahl der Fälle die Hauptstadtregionen (in Dänemark, Finnland und Schweden) besucht und in Portugal die Region Algarve; für Irland liegen keine Angaben für Nichtinländer vor.

In den vier Binnenmitgliedstaaten der EU mit mehr als einer Region (daher unter Ausschluss von Luxemburg) gehörten zu den beliebtesten Regionen sowohl Hauptstadtregionen (bei nichtinländischen Besuchern in der Tschechischen Republik oder Ungarn) als auch Regionen mit Bergen, Seen und historischen Altstädten.

Tourismusintensität

Karte 6 bietet einen Überblick über die Tourismusintensität: Die Zahl der Übernachtungen wird der ansässigen Bevölkerung gegenübergestellt (ausschließlich der Übernachtungen in nicht gemieteten Unterkünften). Dies dient als Indikator für die relative Bedeutung des Tourismus für eine Region. Ferner werden auf diese Weise detailliertere Anhaltspunkte zum wirtschaftlichen Gewicht des Tourismus in einer Region gewonnen als durch die absolute Zahl der Übernachtungen. Darüber hinaus können diese Angaben im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit des Tourismus auch als Indikator für mögliche negative Auswirkungen des Fremdenverkehrs betrachtet werden. In der EU-27 lag die Tourismusintensität 2011 im Durchschnitt bei 4 847 Übernachtungen je 1 000 Einwohner. Am höchsten war die Tourismusintensität im Jahr 2011 in der spanischen Region Illes Balears mit 58 889 Übernachtungen je 1 000 Einwohner, gefolgt von der italienischen Region Provincia Autonoma di Bolzano/Bozen und der griechischen Region Notio Aigaio mit jeweils mehr als 50 000 Übernachtungen je 1 000 Einwohner.

Die außerordentlich große Bedeutung des Tourismus in den EU-Küstenregionen und in noch höherem Maße in den Insel- und den meisten Alpenregionen wird aus Karte 7 ersichtlich. Insgesamt 57 EU-Regionen meldeten eine Tourismusintensität von mehr als 7 000 Übernachtungen (in Hotels, auf Campingplätzen oder in sonstigen Beherbergungsbetrieben) je 1 000 Einwohner (die Daten beziehen sich in der Regel auf 2011): Davon lagen neun in Italien, sieben im Vereinigten Königreich, jeweils sechs in Frankreich und Österreich, jeweils fünf in Spanien und den Niederlanden, jeweils vier in Deutschland und Griechenland (Daten für 2010), jeweils zwei in Portugal und Schweden sowie jeweils eine in Belgien, der Tschechischen Republik, Dänemark, Irland (2006, nur Daten auf Landesebene), Zypern, Malta und Finnland. Aus geografischer Sicht handelte es sich bei zwölf dieser Regionen um Alpenregionen, 40 Regionen (einschließlich Irland) verfügten über eine Küste, wobei drei der Alpenregionen zugleich über eine Küste verfügen: Provence-Alpes-Côte d'Azur in Frankreich sowie Veneto und Friuli-Venezia Giulia in Italien. Die acht Regionen, bei denen es sich weder um Alpen- noch um Küstenregionen handelt, waren die Province/Provincie Luxembourg (Belgien), die tschechische Hauptstadtregion Praha, die deutschen Regionen Trier und Niederbayern, die niederländischen Regionen Drenthe und Limburg sowie Inner London im Vereinigten Königreich.

Das andere Ende der Skala bildeten 67 Regionen mit höchstens 2 000 Übernachtungen je 1 000 Einwohner, von denen 20 Regionen höchstens 1 000 Übernachtungen je 1 000 Einwohner meldeten. Die letztgenannten Regionen lagen in Polen (acht Regionen), Rumänien (sechs Regionen), Bulgarien und dem Vereinigten Königreich (jeweils zwei Regionen) sowie in Belgien und Ungarn (jeweils eine Region).

Von den Regionen in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz (nur Hotels und Campingplätze) meldete die norwegische Bergregion Hedmark og Oppland mit 10 405 Übernachtungen je 1 000 Einwohner die höchste Tourismusintensität; die einzigen weiteren EFTA-Regionen mit über 7 000 Übernachtungen je 1 000 Einwohner waren Island (eine NUTS-2-Region) und die Bergregion Ticino (Schweiz). Die geringste Tourismusintensität aller EFTA-Regionen verzeichnete die Nordwestschweiz (Schweiz) mit 1 939 Übernachtungen je 1 000 Einwohner.

Was die Beitritts- und Kandidatenländer betrifft, so meldete die kroatische Küstenregion Jadranska Hrvatska 25 244 Übernachtungen je 1 000 Einwohner und damit eine etwas höhere Tourismusintensität als die an zwölfter Stelle rangierende EU-Region. Die andere kroatische Region sowie die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien erreichten nur eine Intensität unter 1 000 Übernachtungen je 1 000 Einwohner, während der entsprechende Wert in Montenegro bei 5 109 Übernachtungen je 1 000 Einwohnern lag.

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer

Karte 7 zeigt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Hotels, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben für 2011. Die Zahl der Übernachtungen wird von der Zahl der Gäste und ihrer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer bestimmt. Die Bedeutung jedes der beiden Faktoren hängt von der Art der Region ab. So ist es für städtische Regionen kennzeichnend, dass sie häufig eine sehr große Zahl an Übernachtungsgästen empfangen, diese Gäste sich in der Regel aber nur wenige Tage dort aufhalten. Ein hoher Prozentsatz der Gäste in diesen Regionen ist oft aus beruflichen Gründen dort. Aber auch Touristen, die aus privaten Gründen reisen, entscheiden sich oft für Kurzaufenthalte. Demgegenüber wiesen die typischen Urlaubsregionen, in die die Gäste vor allem zur Erholung reisen, in der Regel eine deutlich längere Aufenthaltsdauer auf. Hierbei ist zu beachten, dass sich die vorliegenden Daten auf die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einer bestimmten Einrichtung beziehen und daher nicht zwangsläufig die Aufenthaltsdauer in einer bestimmten Region widerspiegeln, da Touristen möglicherweise die Einrichtung wechseln, sich in unterschiedlichen Hotels oder auf verschiedenen Campingplätzen aufhalten, wenn sie eine bestimmte Region bereisen.

Aus 18 NUTS-2-Regionen in der EU wurde für 2011 eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Hotels, auf Campingplätzen oder in sonstigen Beherbergungsbetrieben von mehr als 5,0 Nächten gemeldet. Die höchsten Zahlen wurden für spanische und griechische Reiseziele verzeichnet: Zu den fünf beliebtesten Regionen zählten Canarias (7,7 Nächte), Kriti (6,7 Nächte) und Illes Balears (6,5 Nächte).

Die durchschnittlich höchste Zahl von Übernachtungen auf Campingplätzen war überwiegend in Küstenregionen zu beobachten, während die durchschnittlich längsten Aufenthalte in Hotels vor allem in den Inselregionen festzustellen waren. Insgesamt war die Aufenthaltsdauer auf Campingplätzen länger als in Hotels: Für die EU-27 insgesamt betrug im Jahr 2011 die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf Campingplätzen 4,9 Nächte (ausgenommen Irland, Griechenland, Luxemburg und Malta), gegenüber 2,5 Nächten in Hotels.

Beherbergungskapazitäten

In der EU-27 gab es im Jahr 2011 mehr als 202 000 Hotels und etwa 27 000 Campingplätze; insgesamt standen damit 12,6 Mio. Schlafgelegenheiten in Hotels und etwa 9,5 Mio. Schlafgelegenheiten auf Campingplätzen zur Verfügung; weitere 5,9 Mio. Schlafgelegenheiten konnten in sonstigen Beherbergungsbetrieben einschließlich Ferienwohnungen gebucht werden.

Karte 8 gibt einen Überblick über die Zahl der Schlafgelegenheiten in Hotels im Verhältnis zur Fläche, mit anderen Worten über die Beherbergungsdichte des Jahres 2011. Die vorgestellten Zahlen beziehen sich auf die NUTS-Ebene 3. Es verwundert nicht, dass Regionen mit einer hohen Dichte von Schlafgelegenheiten in Hotels häufig mit den Regionen übereinstimmen, die eine hohe Anzahl von Übernachtungen meldeten. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Küsten-, Berg- und Seeregionen sowie um Regionen mit Hauptstädten und anderen Großstädten.

In der Rangfolge der Regionen nach Beherbergungskapazitäten lagen im Jahr 2011 acht der führenden 20 EU-Regionen (NUTS-Ebene 3) in Frankreich, sechs in Spanien, fünf in Italien und eine im Vereinigten Königreich. Abbildung 3 zeigt diese 20 führenden Regionen aufgeschlüsselt nach Unterbringungsart: In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die kroatische Region Istarska županija mit einer Beherbergungskapazität von insgesamt 177 000 Schlafgelegenheiten in dieser Rangfolge knapp vor Paris (Frankreich) an 14. Stelle rangieren würde. Mit Ausnahme von Paris sowie in geringerem Maße Savoie bieten die französischen Regionen in dieser Liste hauptsächlich Unterbringungsmöglichkeiten auf Campingplätzen an, während die italienischen Regionen über einen größeren Anteil von Beherbergungskapazitäten in Hotels verfügen (ausgenommen Venezia). In den spanischen Regionen war die Situation weniger einheitlich: Während auf Mallorca sowie in Barcelona und Málaga insbesondere Hotels die Beherbergungskapazitäten stellten, machten in Girona (Costa Brava) und Tarragona (Costa Dorada) Campingplätze einen Großteil und in Alicante/Alacant sonstige Beherbergungsbetriebe (wie beispielsweise Ferienwohnungen zur Miete) einen Anteil von nahezu zwei Fünfteln der Beherbergungskapazitäten aus. Was die Hotels betrifft, so wurden im Jahr 2011 in elf NUTS-3-Regionen der EU mehr als 100 000 Schlafgelegenheiten angeboten: Vier dieser Regionen lagen in Spanien (Mallorca, Barcelona, Madrid und Málaga), drei in Italien (Provincia Autonoma di Bolzano/Bozen, Rimini und Roma) und jeweils eine in Frankreich (Paris), Griechenland (Dodekanisos), Portugal (Algarve) und Deutschland (Berlin).

Größe der Beherbergungsbetriebe

Hinsichtlich der Größe sind beträchtliche Unterschiede zwischen den Beherbergungsbetrieben festzustellen. In der EU-27 hatten Hotels im Durchschnitt 31 Zimmer mit 62 Schlafgelegenheiten, während Campingplätze durchschnittlich 354 und andere Beherbergungsbetriebe durchschnittlich 24 Schlafgelegenheiten anboten. Die relative Bedeutung der unterschiedlichen Beherbergungsformen kann sich somit ebenso wie die Lage und die Art des Tourismus auf die durchschnittliche Gesamtgröße der Beherbergungsbetriebe auswirken. Darüber hinaus findet in vielen Ländern eine Datenerhebung erst ab einer bestimmten Größe der Betriebe statt: So schließt beispielsweise etwa die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten kleinere Hotels, Ferienwohnungen und andere Beherbergungsbetriebe aus, während in etwa einem Viertel der Mitgliedstaaten kleine Campingplätze nicht erfasst werden. Im Allgemeinen werden durch diese Schwellen Betriebe mit fünf, zehn oder 20 Zimmern oder Schlafgelegenheiten ausgeschlossen, während lediglich in Dänemark ein höherer Grenzwert angelegt wird (40 Betten in Hotels und 75 Stellplätze bei Campingplätzen). Der Ausschluss kleinerer Betriebe führt dazu, dass eine höhere Durschnittsgröße der Betriebe ermittelt wird. Ausführliche Informationen hierzu sind den footnotes (auf Englisch) zur Datenbank der regionalen Tourismusstatistiken zu entnehmen.

Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen bietet Karte 9 eine Analyse der durchschnittlichen Größe der Beherbergungsbetriebe. Auf Landesebene wurden die höchsten Durchschnittwerte in Dänemark (was zumindest teilweise auf die für die Datenerhebung herangezogenen Schwellenwerte zurückzuführen ist) und Malta (nur Hotels) und die kleinsten in Irland, Italien und dem Vereinigten Königreich ermittelt. Der höchste Durchschnittswert für die Größe der Beherbergungsbetriebe wurde (auf NUTS-Ebene 3) mit 452 Schlafgelegenheiten je Betrieb auf der Península de Setúbal in Portugal festgestellt. Vier weitere Regionen, davon zwei in Dänemark (Nordjylland und Sydjylland) sowie jeweils eine in Spanien (Fuerteventura) und Frankreich (les Landes), erreichten Durchschnittswerte von mehr als 400 Schlafgelegenheiten je Betrieb. Alle 30 NUTS-3-Regionen mit einer Durchschnittsgröße von weniger als 20 Schlafgelegenheiten je Betrieb lagen in Irland, Spanien, Italien oder dem Vereinigten Königreich, wobei die Betriebe in zwei italienischen und einer britischen Region durchschnittlich weniger als zehn Schlafgelegenheiten anboten. In den EFTA-Ländern waren ebenfalls große Unterschiede festzustellen. Die Spanne reichte hier von durchschnittlich 23 Schlafgelegenheiten im Jura (Schweiz) bis hin zu mehr als 400 Schlafgelegenheiten je Betrieb in den norwegischen Regionen Oslo (429) und Vestfold (410). Im Allgemeinen waren in den norwegischen Regionen hohe und in Island, der Schweiz und insbesondere Liechtenstein niedrigere Werte festzustellen. Unter den Beitritts- und Kandidatenländern sind nur für Kroatien und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien regionale Daten verfügbar. Der bei Weitem höchste Wert wurde für die durchschnittliche Größe der Betriebe in Istarska županija in Kroatien (Istria) ermittelt, wo er mit 584 Schlafgelegenheiten höher war als in jeder EU-27-Region.

Datenquellen und Datenverfügbarkeit

Mit der Richtlinie 95/57/EG des Rates über die Erhebung statistischer Daten im Bereich des Tourismus wurde ein System zur Erhebung harmonisierter Daten für die Tourismusstatistik errichtet. Nach Maßgabe dieser Rechtsgrundlage sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, regelmäßig eine Reihe vergleichbarer Daten zur Tourismusstatistik vorzulegen. Im Juli 2011 erließen das Europäische Parlament und der Rat die Verordnung (EU) Nr. 692/2011 über die europäische Tourismusstatistik und zur Aufhebung der Richtlinie 95/57/EG des Rates, die zum Bezugsjahr 2012 in Kraft trat.

Die Tourismusstatistik umfasst einerseits angebotsseitig zu erhebende Daten, z. B. über die zur Verfügung stehenden Beherbergungskapazitäten (Betriebe, Zimmer, Schlafgelegenheiten) sowie deren Nutzung (Zahl der Gästeankünfte und Übernachtungen). Andererseits werden nachfrageseitig beispielsweise auch Angaben über das Reiseverhalten der Bevölkerung erhoben. Eine regionale Tourismusstatistik ist nur angebotsseitig verfügbar — die Daten werden im Rahmen von Umfragen unter Beherbergungsbetrieben erhoben.

Die statistische Definition von Tourismus ist weiter gefasst als die allgemein übliche Definition. Sie erfasst nicht nur private Reisen, sondern auch Dienst- und Geschäftsreisen. Dies hat seinen Grund vor allem in einer ökonomischen Sichtweise des Tourismus. Privat reisende Personen wie auch Dienst- und Geschäftsreisende haben ein weitgehend übereinstimmendes Konsumverhalten, da beide Personengruppen in erheblichem Maße Leistungen des Verkehrsgewerbes, des Beherbergungsgewerbes und von Restaurants nachfragen. Für die Anbieter dieser Dienstleistungen ist es dabei sekundär, ob der Reisezweck ihrer Kunden privat oder geschäftlich ist.

Kontext

Vielfalt im Tourismus

Der Tourismus kann für die Entwicklung der europäischen Regionen eine bedeutende Rolle spielen. Die für den Tourismus geschaffene Infrastruktur trägt zur lokalen Entwicklung bei, während zugleich Arbeitsplätze geschaffen werden oder erhalten bleiben, die helfen können, einer rückläufigen industriellen und ländlichen Entwicklung entgegenzuwirken. Zu einem nachhaltigen Tourismus gehören auch der Erhalt und die Förderung des Kultur- und Naturerbes, angefangen mit der Kunst über die örtliche Gastronomie bis hin zum Erhalt der biologischen Vielfalt. So kann der Tourismus eine wichtige Branche mit sozialen, kulturellen und ökologischen Auswirkungen darstellen, die durch eine große Zahl kleiner und mittlerer Unternehmen geprägt ist. Ihr Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung ist in den einzelnen Regionen der EU sehr unterschiedlich.

Für Regionen, die weitab von den wirtschaftlichen Zentren ihres Landes liegen, ist der Tourismus besonders wichtig. Hier stellen die touristischen Dienstleistungsbereiche oft bedeutsame Faktoren zur Sicherung von Arbeitsplätzen dar und bilden eine der wesentlichen Einkommensquellen für die Bevölkerung. Dies gilt in besonderem Maße für Europas Inselstaaten und -regionen, viele Küstenregionen, vor allem in Südeuropa, und die gesamte Alpenregion.

Der Tourismus ist ein Querschnittsbereich. Dienstleistungen für Touristen umfassen das Angebot von Unterkünften, Gastronomie (Restaurants, Cafés usw.), Verkehrsmitteln und einer breiten Palette von Kultur- und Freizeiteinrichtungen (Theater, Museen, Freizeitparks, Schwimmbäder u. a.). In vielen touristisch geprägten Regionen profitieren auch der Einzelhandel und andere Dienstleistungsbranchen sowie die Baubranche erheblich von der zusätzlichen Nachfrage, die von den Touristen ausgeht.

Der Einreiseverkehr ist für die Analyse des Tourismus in einer bestimmten Region von besonderem Interesse. Diese Statistik basiert auf dem gewöhnlichen Wohnsitzland der Gäste statt auf deren Staatsangehörigkeit. Ausländische Gäste, insbesondere aus weit entfernten Ländern, geben pro Tag in der Regel mehr aus als Gäste aus dem eigenen Land und bringen damit eine größere Nachfrage für die lokale Wirtschaft. Diese Ausgaben gehen zudem in die Zahlungsbilanz des besuchten Landes ein und haben so Einfluss auf dessen Leistungsbilanzdefizit bzw. -überschuss.

Tourismuspolitik

Die Funktion des Tourismus bei der Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen und seine Auswirkungen auf andere Politikbereiche — von der Regionalpolitik über die Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft, die Meerespolitik, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit bis hin zur Sozialpolitik und sozialen Eingliederung („Tourismus für alle“) — sind allgemein anerkannt. Der Tourismus ist Gegenstand sowohl der EU-Politik als auch nationaler und regionaler politischer Maßnahmen: Im Vertrag von Lissabon wird auf die Bedeutung des Tourismus hingewiesen und eine spezifische Zuständigkeit der Europäischen Union in diesem Bereich dargelegt.

Die Mitteilung „Europa — wichtigstes Reiseziel der Welt: ein neuer politischer Rahmen für den europäischen Tourismus“ (KOM(2010) 352) wurde im Juni 2010 angenommen. Mit dieser Mitteilung beabsichtigt die Europäische Kommission, ein koordiniertes Konzept für die tourismusbezogenen Initiativen zu fördern und einen neuen Aktionsrahmen zu schaffen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus sowie seine Fähigkeit zu nachhaltigem Wachstum zu stärken. Hierzu hat sie eine Reihe europäischer oder multinationaler Initiativen vorgeschlagen, einschließlich des Ausbaus der sozioökonomischen Wissensgrundlage im Bereich Tourismus. Mit der Globalisierung im Tourismus eröffnen sich auch neue Möglichkeiten durch Touristen aus neuen Märkten, die sich kostspielige Urlaubsreisen leisten können: Die Europäische Kommission arbeitet daher gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten und weiteren Tourismusakteuren an Projekten wie dem European tourist destinations portal (auf Englisch) und dem Portal Herausragende europäische Reiseziele (European Destinations of Excellence, EDEN) um das Profil und die Nachhaltigkeit des Tourismus zu verbessern.

Die Kohäsionspolitik der EU für den Zeitraum 2007 bis 2013 zielt darauf ab, den Tourismus für eine nachhaltige regionale Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu mobilisieren. Für diesen Zeitraum sind im Rahmen der Kohäsionspolitik direkte, gezielte EU-Fördermittel für den Tourismus in Höhe von mehr als 6 Mrd. EUR geplant, das entspricht 1,8 % des Gesamthaushalts: 3,8 Mrd. werden für die Verbesserung von Dienstleistungen für Touristen aufgebracht, 1,4 Mrd. EUR für den Schutz und die Entwicklung des Naturerbes und 1,1 Mrd. EUR für die Förderung der natürlichen Ressourcen. Darüber hinaus können aus anderen Haushaltslinien Finanzmittel zur Förderung touristischer Infrastrukturen und anderer Leistungen bereitgestellt werden.

Weitere Informationen von Eurostat

Datenvisualisierung

Veröffentlichungen

Haupttabellen

Regionale Tourismusstatistiken (t_reg_tour)

Datenbank

Regionale Tourismusstatistiken (reg_tour)
Inanspruchnahme von Beherbergungsbetrieben: Reiseverkehr im Inland und aus dem Ausland (Einreiseverkehr) (reg_tour_occ)
Ankünfte in Beherbergungsbetrieben für Touristen nach NUTS-2-Regionen – jährliche Daten (tour_occ_arn2)
Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen nach NUTS-2-Regionen – jährliche Daten (tour_occ_nin2)
Kapazität der Beherbergungsbetriebe: Betriebe, Zimmer und Schlafgelegenheiten (reg_tour_cap)
Anzahl der Betriebe, Zimmer und Schlafgelegenheiten nach NUTS-3-Regionen (1990-2011) – jährliche Daten (tour_cap_nuts3)
Kapazität der Beherbergungsbetriebe: Betriebe, Zimmer und Schlafgelegenheiten (tour_cap)
Belegung der Beherbergungsbetriebe: Reiseverkehr im Inland und aus dem Ausland (Einreiseverkehr) (tour_occ)
Übernachtungen von Inländern und Nicht-Inländern (tour_occ_n)
Ankünfte von Inländern und Nicht-Inländern (tour_occ_a)
Nettobelegungsrate für Hotels, Gasthöfe und Pensionen (tour_occ_or)

Spezieller Bereich

Methodologie / Metadaten

Quelldaten für die Tabellen, Abbildungen und Karten (MS Excel)

Weitere Informationen

Weblinks

Siehe auch

Ansichten